CineUltra Progressive Scan Player


Bisher hatten DVD-Player mit Progressive-Scan-Ausgang (wie der Pioneer 737 oder der 939) leider zwei entscheidende Schönheitsfehler: erstens funktionierten die Vollbilder nur bei NTSC-Discs und zweitens war das progressive Signal ausschließlich nur über einen Wide-YUV-Ausgang zugänglich - für den die wenigsten Projektoren und Monitore gerüstet sind. Beides verbessert sich erstmals entscheidend mit dem neuen "CineUltra" DVD-Player, dessen Ausgang sich auf das weit gebräuchlichere RGB-Format umschalten lässt und dessen progressive Signale vor allem auch bei PAL-Scheiben vorhanden sind. Völlig klar: Diese beiden Eigenschaften lassen ihn als Zuspieler für Projektoren höchst interessant werden. Dieses FAQ beleuchtet in erster Linie die Videofähigkeiten des CineUltra.

Woher kommt der CineUltra
Das Gerät wird in China von der Firma "Malata" produziert. Es trägt die Typenbezeichnung: "DVD-N996" oder alternativ "PDVD-N996" wobei das führende P für Progressive Scan steht. Ursprünglicher Importeur war die DVD-Schmiede in Münster, den Alleinvertrieb für die Großhandelsschiene organisiert nun die Firma BestVision in Rodgau. Der Verkaufspreis beträgt knapp 3000 Mark, der Straßenpreis liegt oftmals deutlich darunter.

Features und Hardware
Hat der Cineultra mehr als genug. Neben dem schon erwähnten progressiven Signalausgang funktionieren RGB und YUV auch bei herkömmlichen Zeilensprungsignalen. Der Player spielt nebenher auch Video-CDs und die seltenere S-Video CDs Variante ab, die sich auch auf selbstgebrannten CDRs oder CDRWs befinden dürfen. Auf der Audio-Seite spielt er wie jeder andere DVD-Player auch Audio-CDs ab, nicht ganz selbstverständlich ist aber, dass er auch die HDCD-Erweiterung erkennt und so bei speziell kodierten Discs die Auflösung auf 20 Bit hochrechnet. Er kommt auch mit MP3 Files auf selbstgetoasteten Rohlingen klar. Ja sogar DVD-Audio kann er potenziell abspielen, allerdings nur unter nicht unwesentlichen Einschränkungen. Er versteht nämlich nur "unkodierte" Variante, diese verwendet den MLP-Algorithmus zur Verdichtung der Audiodaten nicht. Der DVD-Player hat einen integrierten Mehrkanaldekoder für Dolby Digital, DTS und MPEG. Er stellt also den bereits dekodierten Mehrkanalton analog an sechs Cinchbuchsen zur Verfügung. Mit erweiterten EX/ES-Schemen kann der Mehrkanaldekoder aber nichts anfangen. Trotzdem: eine ganze Menge Features selbst für einen DVD-Player, die allesamt von einem einzigen Stück Silizium geliefert werden. Das hat viele Namen: der Chip von National Semiconductors heißt offiziell NDV8501 "DVD on a Chip" und hört auf die Kosenamen "Mediamatics" oder "Pantera-2".

Anschlüsse:
An der Rückseite des Players sind - jedenfalls für einen DVD-Player - relativ viele Anschlüsse zu finden: sechs Cinch für die analogen Audioausgänge des Mehrkanaldekoders plus zwei weitere für herkömmlichen Stereoton, der im Falle von diskretem digitalen Ton per Downmix (Zusammenmischen der Tonspuren) gewonnen wird. Für digitalen Ton sind sowohl Koax-Buchse als auch Lichtleiter vorhanden. Die Bildsignale verlassen den Cineultra auf verschiedensten Wegen: per Verbundsignal (FBAS, CVBS), per S-Videobuchse oder an drei Cinchbuchsen, die per Menü entweder als RGB oder YUV-Schnittstelle (richtiger: YPrPb) benutzt werden können. Schräg unterhalb dieses Dreigestirns befindet sich noch eine vierte Buchse, die nochmals das Verbundsignal trägt. Diese Buchse kann für Synchronsignale hergenommen werden. letztendlich gibt es die viel gerühmte VGA-Buchse. Wichtig bei allen Signalen: sie müssen zuvor unbedingt im Setupmenü konfiguriert werden! Sollten Sie zunächst trotz einfachstem Videoanschluss kein Bild sehen - keine Angst - das muss nicht heißen, dass der CineUltra defekt ist. Womöglich benutzt er gerade seine progressive Betriebsart, in der er systembedingt (mehr dazu später) kein Videosignal ausgeben kann. Dann brauchen Sie dringend die Hilfe der Geheimtaste auf der Fernbedienung, weil ja das Menü dann schließlich unsichtbar bleibt. Einfach die Taste "Subpicture" mehrere Sekunden gedrückt halten, solange bis ein Bild erscheint.

Konfiguration der Ausgänge (Interlaced)
Bleiben wir zunächst beim herkömmlichen Betrieb mit Zeilensprungsignalen. Dabei bietet der CineUltra vier verschiedene Varianten. Die sind im Menü gleich an zwei verschiedenen Orten zu finden: einmal im normalen Setup-Menü unter Setup->Common Users-->Video Mode oder unter Setup--> Expert --> Video --> DAC Interlaced. Beide Versionen beeinflussen dieselbe Funktion.

1) CVBS,Y,C,CVBS
2) CVBS,Y,CB,CR
3) CVBS, G,B,R
4) CVBS G+Sync,B,R

Verbundsignale über die (gelbe) Videobuchse können Sie in jedem Modus bekommen. Fragt sich nur, wen interessiert dieses Signal mit minderer Qualität noch? Soll die Verbindung zum Monitor per S-Videokabel erfolgen, belassen Sie es bei Menüpunkt 1. Wenn jedoch ein dreiteiliges Komponentenkabel die Verbindung zum Monitor besorgt, dann ist Punkt 2 der richtige. Nummer drei erzeugt RGB-Signale, ähnlich wie sie auch aus einer Scartbuchse kommen. Der Monitor muss seine Sync-Signale dabei aus dem Verbundsignal (dem normalen Videosignal) entnehmen. Wer unbedingt will, könnte sogar einen Adapter von vier mal Cinch auf Scart basteln und so die Ausgangssignale des CineUltra zum Beispiel in die RGB-fähige Scartbuchse eines "normalen" Fernsehers oder Rückpros führen. Aber, ganz ehrlich, das geht mit anderen Playern leichter und billiger. Der vierte Modus ist ein Novum bei DVD-Playern: ein RGB-Signal mit Sync-on-Green (kurz: SonG) gab es bisher noch nicht. Damit lässt sich RGB mit lediglich drei Kabeln übermitteln, ganz ähnlich wie YUV. Die Syncsignale werden in dieser Betriebsart dem G Signal überlagert. Warum macht man es nicht immer so? Ganz einfach: weil manche Projektoren damit nicht klar kommen. Oftmals stören die Syncimpulse die empfindliche Schwarzklemmung, was zu starken Abweichungen in der Bildhelligkeit führt (passiert zum Beispiel gerne bei Projektoren von Seleco).

Warum muss diese ganze Umschalterei überhaupt sein? Der CineUltra hat doch wahrlich genug Buchsen, um alle Signale gleichzeitig auszugeben! Geht aber nicht, und es hat einen wichtigen technischen Hintergrund: der Mediamatics Chip kann genau vier verschiedene Videosignale erzeugen, weil er genau über diese Anzahl von D/A-Wandlern für Video verfügt. Die können zwar beliebig konfiguriert werden, aber es können nicht mehr als vier sein. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, gleichzeitig zum Beispiel S-Video oder Komponenten zu aktivieren. Schlimmer noch: man darf nicht einmal beide Varianten gleichzeitig anschließen! Jede Videoverbindung wird im externen Gerät mit einem 75-Ohm Widerstand terminiert (daher der berühmte "Wellenwiderstand") und somit belastet. Schließt man also gleichzeitig S-Video und YUV an, liegen zwei 75-Ohm Belastungen am D/A-Wandler für das Y-Signal, folgerichtig wird das Bild dunkel. Ähnliche Interferenzen treten auch bei den Farbsignalen auf. Aufgepaßt: auch die VGA-Buchse benutzt die selben Leitungen! Aufmerksame Beobachter werden sogar minimale Veränderungen feststellen, wenn nur ein loses Kabel angeschlossen wird, das auf der anderen Seite gar nicht verbunden ist. Resultat: neben dem Verbundsignal (FBAS, CVBS) darf zu einem Zeitpunkt immer nur eine Signalart vom Cineultra benutzt werden.

Konfiguration der Ausgänge (Progressiv)
Ganz ähnliches gilt für für die progressive Seite des Cineultra. Hier gibt es noch mehr Auswahlmöglichkeiten zur Konfiguration der Ausgänge, zu erreichen über Setup--> Expert--> Video--> DAC-Progressive:

1) None Y,Pb,Pr
2) Y,G,B,R
3) Y,Y,PbPr
4) Sync, G,B,R
5) Y,G+Sync,B,R
6) Sync,G+Sync,B,R

Menüpunkt 1 und 3 geben Farbdifferenzsignale aus, wobei lediglich die Nutzung des verbleibenden Ausgangs unterschiedlich ist. Weil YUV mit drei Kabel klarkommt, ist die "None"-Variante sinnvoll, denn ein "normales" Videosignal kann im progressiven Modus sowieso nicht parallel erzeugt werden. Wenn Sie Farbdifferenzsignale benutzen wollen, versichern Sie sich zuvor, ob Ihr Projektor oder Monitor diese Signalart auch wirklich versteht. Das tun nur wenige, meist relativ neue Projektoren (Sony VPL-W10HT, Sanyo PLV-30, Seleco SVD800HD, Barco Cine 6,7). Ansonsten kann es bei Röhrenprojektoren erfolgreicher sein, die RGB-Spielarten zu verwenden. Aber auch dabei gibt es Tücken, siehe Punkt "Verbindung zu LCD/DLP".

Der Synchronisationsblues bei RGB
Menüpunkt 2 und 4 unterscheiden sich ebenfalls nur in der Benutzung der vierten Buchse, die man zum Beispiel für ein zusätzliches Sync-Signal verwenden kann (Modus 4). Das ist aber nur notwendig, wenn Sie den VGA-Anschluss nicht benutzen wollen, denn dort stehen unabhängig von jeglicher Einstellung getrennte H und V Synchronsignale bereit. Verwenden Sie vier Einzelkabel, kann man meist nur per Versuch herausfinden, mit welcher Variante Ihr Projektor besser klarkommt. Mancher wird niemals damit funktionieren, weil der Cineultra nur den relativ niedrigen Syncpegel des Videosignals (minus 0,3V) auf dieser Buchse generiert, die nicht alle Geräte akzeptieren. Andererseits sollte man die Menüpunkte 5 und 6 mit SonG möglichst nur dann verwenden, wenn nichts anderes hilft, aus dem selben Grund wie bei "Interlaced" erklärt. Besser ist es, ein Adapterkabel von VGA auf 5xCinch herzunehmen, weil dort höhere Syncpegel abgeliefert werden.

Messdaten der Sync-Signale an VGA:
Vertikal: 5V unbelastet, 160us, 3,3V bei Belastung
Horizontal: 2,37 uS, 5,0V negativ, 3,6V mit Belastung
an Video out (im Sync-Modus): -0,3V, belastet.

Was bedeutet der Punkt "Signal Type" im Expert Menü?
Der Cineultra kann DVDs entweder im ursprünglichen Linienraster abspielen, oder sie auf das jeweils andere System normwandeln. Es ist also durchaus möglich, eine für NTSC-codierte DVD (525 Zeilen, 480 sichtbare) in typischem PAL-Zeilenraster mit 625 Zeilen (576 sichtbare) umzurechnen und umgekehrt. Ob es nun gerade sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt, denn bei der damit einhergehenden Umrechnung von 50 auf 60 Halbbilder geht natürlich die Flüssigkeit der Bewegungen verloren. Andererseits: weil es sich um vollständige Normwandlung handelt, kann das gewandelte Signal auch von einem VHS-Recorder aufgezeichnet werden. Wie praktisch, dass der Player keiner Beschränkung des Regionalcodes unterworfen ist, allerdings ließen sich mit Roland Tobiaschs genialem "Scopemeter" eindeutig Spuren von MacroVision im Interlaced-Modus identifizieren. Folgende Punkte stehen für "Signal Type" zur Auswahl:

1) 525 Lines, 30fps
2) 625 Lines, 25fps
3) Auto, background follows
4) Auto, Background 525
5) Auto, Background 625

Menüpunkt 1 wandelt alle Ausgangssignale ins NTSC-Zeilenraster um, also bei interlaced in 525i (exakter: 480i), bei progressive in 480p. Steht dieser Menüpunkt auf 2, wird alles in PAL-Raster umgerechnet. Die restlichen drei Punkte benutzen jeweils das System, für das die Disc kodiert wurde. Unterschiedlich ist nur, was passiert, wenn man die Disc entnimmt. Bei 4 ist dieser "Background" dann immer im NTSC-Raster, bei 5 im PAL-Raster und bei 3 jeweils im Format der zuletzt gespielten Disc.

Verbindung mit Röhrenprojektoren
Röhrenprojektoren sind im allgemeinen sehr tolerant gegenüber jeglicher Art von RGB Signalen. Der Seleco SVD800 im Testraum schloss sofort Freundschaft, als die beiden Geräte über die VGA-Buchse des CineUltra Verbindung aufnahmen. Nicht ganz so problemlos funktionierte es über die vier Cinchbuchsen: der Sync aus der Videobuchse hat nur wenig Pegel, was nicht alle Projektoren zufriedenstellt. Beim Seleco funktioniert es, eben so mit SonG, aber dann mit veränderter Helligkeit. Auch der progressive YUV-Modus arbeitet, wenn man am Seleco den passenden Eingangsmodus (Input 6) wählt. Das ist dagegen bei älteren Röhrenprojektoren nicht zu erwarten. Empfehlung: besonders für die "preiswerten" 7-Zoll Röhrengeräte mit Frequenzbereich lässt der CineUltra wirklich die Sonne aufgehen, weil er den internen Doubler bei weitem übertrifft. Seleco 400/450/500 geben dankbare Tuningkandidaten ab, ebenso Cine 6 oder RCF 6200 und natürlich vielerlei gebrauchtes Gerät wie Sony VPH-1251, 1272 oder BarcoVision 701. Hochauflösende 8- und 9-Zöller kann das Ausgangssignal des Cineultra nicht immer zufriedenstellen, weil diese Geräte nach mehr als zeilenverdoppeltem Video verlangen. Sehr praktisch für Röhrenprojektoren: der CineUltra hat einen Bildschirmschoner, der bei Standbildern nach kurzer Zeit einsetzt (der Bildschirmschoner wirbt im übrigen für den National-Chipsatz!)

Verbindung zu LCD/DLP
Bei DLP und LCD-Projektoren ist der DVD-N996 noch viel einladender, weil die meisten Geräte ebenfalls eine VGA-Buchse besitzen. Mit einem passenden Kabel ist die Verbindung zum Cineultra somit leicht herzustellen. Dennoch ist die Situation bei diesen Geräten wesentlich kritischer als bei Röhrengeräten. Grund: deren Bildverarbeitung ist selten auf das Ausgangsformat des DVD-N996 optimiert. Beim Abspielen von NTSC-Discs funktioniert es meist noch gut, weil das vom Cineultra ausgegebene Format (720x480p bei 60Hz) dem VGA-Standard mit 640x40@60Hz ziemlich nahe kommt. Der geringfügige Unterschied in der horizontalen Auflösung sollte sich im Projektormenü mit der Einstellung "Frequenz" oder "Horizontale Breite" kompensieren lassen. Nicht so bei PAL: dort wird 720x576@50Hz ausgegeben. Dieses Format ist den meisten DLP/LCD-Projektoren völlig unbekannt. Die meisten schalten dann in den vorprogrammierten 800x600 SVGA-Modus, der rein zahlenmäßig am nächsten liegt. Das, relativ zu SVGA gesehen, "krumme" 720x576-Signal bekommen die meisten Projektoren noch panelfüllend hin, scheitern aber oft an den 50Hz. Nicht weil es schwieriger ist (im Gegenteil, es sind ja weniger), sondern weil dieses Signal schlicht und einfach nicht vorgesehen ist. Ein SVGA-Signal ist erst ab 60Hz definiert. Varianten mit 75Hz oder 85Hz (manchmal auch 56H) und mehr gibt es auch, aber eben nicht 50Hz. Es ist daher alles andere als selbstverständlich, dass ein Projektor mit 800x600 Bildpunkten bei 50Hz zurechtkommt! Manche ruckeln dann, andere "zerreißen" das Bild bei Bewegungen ("Tearing", Schnittlinien), manche sind einfach unruhig im Bild. Wer nun versucht, den DVD-N996 auch auf 60Hz Ausgabe umzustellen, erleidet Schiffbruch. Dazu muss er (siehe oben) eine Art Normwandlung vollziehen, weil er das Bild entweder nur mit 720x576@50Hz oder mit 720x480@60Hz umrechnen kann. Völlig klar: von flüssigen Bewegungen ist dann keine Rede mehr.

Es gibt noch eine weitere Stolperfalle bei progressiven RGB-Betrieb, die man kaum vermutet: die wenigsten Projektoren beherrschen eine 16:9-Umschaltung für RGB Quellen. Klar: RGB kommt im Regelfall von einem PC, und von einem PC wird ein 4:3-Bild erwartet. Basta! Aus diesem Dilemma gibt es nur zwei Lösungsmöglichkeiten. Erstens: den DVD-Player auf Letterboxmodus schalten. Aber wollen Sie das wirklich? Einerseits herrlich progressive Bilder erzeugen und auf der anderen Seite jede vierte Zeile wegrechnen? Wohl weniger! Zweitens: Sie benutzen das Zoom des Cineultra. Aber auch das kann nur überflüssige Zeilen verwerfen. Besonders bei XGA-Projektoren ist es viel besser, das vollständige anamorphe Signal an den Projektor zu übergeben, und erst dessen Scaler biegt das Format auf 16:9 zurecht. Will heißen, der Projektor muss einfach auch bei RGB eine 16:9-Umschaltung beherrschen. Das beherrschen nicht viele (der ASK M3 kann es zum Beispiel).

Empfehlenswerte LCD/-DLP Projektoren für den CineUltra, die auch vom PAL-Format hochgerechnete progressive Signal verdauen: Sony VPL-VW10HT, Sanyo PLV-60 und auch PLV-30 (via YPrPb verbunden), und nach Update vielleicht auch Seleco HT200/250 und eventuell Sharp ZW60. Für die nähere Zukunft ist der Yamaha DPX-1 und Toshiba MT7 einen Blick wert. Gute Chancen gibt es auch bei DLP-Projektoren mit niedriger Auflösung, dann aber meist ohne 16:9 Umschaltung (Davis DLS-8, Moviedream, beide nicht getestet).

Einstellung des Videofilters
Jetzt aber zu den wirklich wesentlichen Fähigkeiten dieses DVD-Players: er kann nämlich perfekte progressive Kinobilder von PAL-DVDs erzeugen! Nur das Setup dazu ist nicht ganz trivial. Auf Infotafel 12 zeigt der Cineultra bei älteren PAL-DVDs mit Ausnahme einiger Standbilder stets die "Interlaced"-Betriebsart an, obwohl, wie wir alle wissen, die PAL-Variante eines Kinofilms selbstverständlich in progressiver Manier kodiert ist. Erst neuere DVDs wie "Gladiator" erkennt er als "Progressive", Aber keine Sorge, trotz dieser Anzeige funktioniert der Filmmode bei allen PAL-Disc reibungslos - jedenfalls in den allermeisten Fällen und bei korrekter Einstellung des "Videofilters", den man im "Experten"-Setup findet (Setup--> Expert--> Video-->Videofilter). Hier gibt es folgende Wahlmöglichkeiten:

1) Movie
2) Still
3) Smart

Der "Movie"-Modus riecht zwar verdächtig nach Film, aber dieser Modus ist nicht optimal für Filmabtastungen im PAL-Fomat, weil Zeilenflimmern auftritt. Schon besser funktioniert die dritte "Smart"-Variante, aber erst der "Still"-Modus (der offensichtlich für Standbilder gedacht war) funktioniert richtig perfekt. Dessen vertikale Schärfe ist deutlich höher als bei Smart, so ist zum Beispiel die Bugreling der "Titanic" blitzsauber zu erkennen. Ein Härtetest der besonderen Art ist Kapitel 6 von Winnetou I, bei dem die Erkennung der filmtypischen Halbbildabfolge von heftigem Rauschen erschwert wird. Mehr oder weniger kein externer De-Interlacer schafft diese Sequenz völlig ohne Fehler, auch ein Faroudja nicht. Nicht so der Cineultra, der blitzsauber durchlief. Er verlässt sich dabei offensichtlich blindlings auf die Flags im Bitstrom, wodurch er die schwierige Erkennung des Filmmodes per Bildanalyse umgeht. Aber damit kann man den Cineultra auch hereinlegen: die schon etwas angestaubte Warner-Scheibe "Der Klient" schafft das spielend. Auf dieser Disc sind fehlerhafte Flags gesetzt, die den Cineultra ziemlich verwirrt zurücklassen. Keine seiner Betriebsarten kann diese DVD mit perfekter Halbbildverwebung wiedergeben. Aber solche grob fehlerhaften DVDs tauchen glücklicherweise sehr selten auf, so dass der Cineultra in den weitaus meisten Fällen sehr zufriedenstellend arbeitet.

Der inverse 3/2-Pulldown bei NTSC-Discs arbeitet ebenfalls sehr gut. Bei Bewegungen bleibt der sogenannte "Judder" durch die ungleichmäßige 3/2 Abfolge natürlich gut sichtbar. Der Player erkennt den Filmmode zuverlässig, auch bei kritischen Szenen zeigen sich keine der typischen Interlace-Artefakte. Auf Infotafel 12 unterscheidet er dabei verschiedenste Fälle: Random Mix, Alternate Interlace/Progressive, Interlace und Progressive. Der bei PAL so kritische Menüpunkt "Videofilter" scheint bei NTSC-Film DVDs weit weniger kritisch zu sein. Movie liefert hier sehr brauchbare Resultate.

Wenn der Cineultra dagegen auf das typische Videosignal einer Kamera stößt, hilft sein Filmmode nicht mehr viel. Hier gibt es keine optimale Strategie zum Entfernen des Zeilensprunges, hier ist trickreiche Interpolation angesagt. Auch dabei ist die Einstellung des Videofilters im Setup-Menü wichtig: Sowohl bei PAL und NTSC funktionierte die Einstellung "Movie" am besten, während "Smart" bei Bewegung im Bild jeweils eher auf der blockigen Seite liegt, vermutlich weil es eine relativ grobe vertikale Filterung benutzt. "Still" ist ganz und gar fehl am Platze, weil bei dieser Betriebsart die bekannten kammartigen Kanten entstehen. Ich habe die "Divas Live"-DVD zum Test hergenommen, und mit der Einstellung "Movie" arbeitet der Cineultra sehr zufriedenstellend. Nur wenige andere De-Interlacer schaffen ein derart artefaktfreies Bild mit reinem Kamerasignal.

Auflösung und Videoequalizer:
Obwohl er das 6,75MHz Testbild der AVIA im progressiven Modus auflöst (andere Player schneiden 5,5Mhz steil ab), wirkte das Bild des DVD-N996 in der Werkseinstellung einen Tick matter gegenüber meinen Referenz-Videoprozessoren (Vigatec VC1280, Faroudja DVP-2200). Am Frequenzgang des progressiven Ausganges kann es kaum liegen, denn der ist eigentlich nicht schlecht. Bei 4MHz Videofrequenz (ist 8MHz am Ausgang) sinkt er gerade mal 1,2dB ab, bei 5 MHz sind es 2,4dB - exzellente Werte, die kein analog gekoppelter, externer Videoprozessor erreicht. Auch die hohen Frequenzen sind perfekt sinusförmig und kaum verzerrt. Über die Cinchausgänge stellten sich bei der Messung besonders im Bereich um 1MHz recht ungewöhnliche wechselnde Pegel ein, die bei genauer Beobachtung auch im Bild sichtbar waren. Beim VGA-Signal war nichts dergleichen zu sehen, ich rate daher, im Zweifelsfall eher den VGA-Port zu benutzen. YUV-Signale liegen übrigens auch dort an!

Pegelmessung:    
1MHz 512mV 0dB
2MHz 512mV 0dB
3MHz 512mV 0dB
4MHz 500mV -1,2dB
5MHz 432mV -2,4dB

Obwohl sich anfangs leicht ein etwas "softer" Bildeindruck einstellen mag, sollte man genau hinsehen. Der CineUltra verzichtet auf Schärfe und Detail-Prozessoren, daher auch keine diesbezüglich Einstellung im Menü. Einerseits schade, weil eine minimale Einstellung Verluste in langen Kabeln kompensieren kann, andererseits besteht bei diesem Player nur wenig Gefahr von Doppelkonturen. Bei einschlägigen Testbildern der AVIA und Video Essentials ließen sich nur geringe "künstliche" Überhöhungen feststellen. Zusätzlich muss man beachten, dass die Grundeinstellungen etwas eigenwillig sind. Der Cineultra ist nämlich grundsätzlich auf 7,5 IRE Schwarzpegel justiert, wenn er NTSC oder 480p ausgibt. Europäische Verhältnisse (0 IRE) stellen sich ein, wenn man PAL-Discs einlegt oder die Ausgabe auf 480p klemmt. Also: entweder den integrierten Videoequalizer benutzen um das Helligkeitssignal anzugleichen oder den Monitor/Projektor unterschiedlich auf NTSC und PAL einstellen - wenn das geht.

Der Videoequalizer wird über die "Feature" Taste auf der Fernbedienung angesteuert und kennt folgende Parameter: Brightness, Contrast, Gamma, Saturation, Hue (nur NTSC-Discs). Ähnliche Einstellungen bietet auch Ihr Monitor/Projektor, so dass diese Funktionen bei einem normalen DVD-Player eigentlich relativ überflüssig sind. Nicht ganz so beim CineUltra, der ja häufig bei RGB-Betrieb eingesetzt werden dürfte. In diesem Fall sind die Farbregler beim Projektor in der Regel nicht zugänglich, dann ist es ganz gut, wenn man am Player nachhelfen kann. Die Einstellung des "Hues" (Farbtons) sollte allerdings in den wenigsten Fällen notwendig sein. Die Einstellung Brightness (Helligkeit von -271 bis +239) kann man beim CineUltra zum Ausgleich des Schwarzpegels hernehmen. Bei US-Discs stellt sich nämlich der US-typische Schwarzpegel von 7,5 IRE ein, der in keiner Weise umschaltbar ist. Legt man jedoch eine PAL-Disc ein (oder schaltet die Ausgabe in den 625er-Modus), wird der Schwarzpegel auf 0 IRE gelegt. Für alle Nicht-Video-Techniker: Die Bildhelligkeit muss beim Cineultra verändert werden, wenn man von NTSC auf PAL wechselt, damit Schwarz auch Schwarz bleibt. Das ist nicht bei allen anderen DVD-Playern so. Wer mit einer Einstellung im Monitor/Projektor auskommen will, sollte Brightness bei NTSC herunter drehen, Werte von -15 bis -19 gleichen den Unterschied im Schwarz aus.

Mit "Contrast" wird der Pegel der maximalen Videospannung beeinflusst. Der Verstellbereich liegt bei -255 bis +255, aber ab ca. +25 sättigt der Maximalpegel (entspricht etwa 900mV) . Bei durch und durch analogen Röhrenbeamern ist ein erhöhter Kontrast weniger kritisch, bei LCD/DLP um so mehr, weil dort die Gefahr der harten, digitalen Übersteuerung gegeben ist. Daher diese Art von Projektoren penibel mit Graustufentestbild justieren. Höchst nützlich zeigte sich die "Gamma" Justage (0-8), mit der man seinem Projektor grautechnisch auf die Sprünge helfen kann. Beim Seleco SVD800 verbessert ein leicht überhöhtes Gamma von 5 zusammen mit angepasstem Helligkeitswert die Klarheit dunkler Szenen. Vorsicht: zuviel Gamma lässt MPEG-Artefakte und Rauschen deutlich hervortreten. Riesiger Nachteil des Videoequalizers im Cineultra: die Werte gehen beim Ausschalten des Gerätes verloren!

Extras: Zoom und Pan
Hinter der "Feature"-Taste verstecken sich noch mehr nützliche Helfer: ein fein einstellbares Zoom, mit dem der ganze Bildinhalt wahlweise in beiden Dimensionen gemeinsam oder getrennt gestreckt oder gestaucht wird. Wer will, kann damit schwarze Balken wegzoomen, wovon wahre Cineasten allerdings momentan Abstand nehmen. Notwendiger ist da schon das X-Y Zoom, das getrennte Einstellung der Dimensionen erlaubt. Damit sollten sich alle Formate mit Projektoren und Vorsatzlinsen jeglicher Art realisieren lassen. Das Interface zum Benutzer ist nicht gerade vorbildlich, aber technikorientierte User sind längst an ähnliches gewöhnt: die Normaleinstellung beträgt 65536, kleine Zahlen schrumpfen das Bild (bis zu 16384, entspricht 1/4 der Normalgröße), größere Zahlen zoomen auf. Das geht ganz extrem, beim Maximum von 67108864 füllen einige Pixel das ganze Bild! Wachsame Augen werden bei (vernünftiger!) Benutzung des Zooms leichte Skalierungsartefakten in Form von gebrochenen Linien entdecken. weil der Mediamatics aber sehr extensive Digitalfilter verwendet, halten sich diese Artefakten in engen Grenzen. Irre nützlich: das Bild lässt sich sogar in allen Richtungen verschieben. Das kann wahnsinnig praktisch sein, falls man eine 16:9-Leinwand verwendet, oder wenn man die Scopestreifen nur auf einer Seite extra abkaschen will. Dann lässt sich das Bild zum Beispiel ganz unten an die Leinwandkante fahren (Y auf 880 ist dafür ein guter Wert), während man von oben einen Vorhang oder ähnliches herabrollt. Allerdings: Für all diese Einstellungen wären ein paar schnell abrufbare Speicher extrem nützlich, die es allerdings in der derzeitigen Version der Firmware nicht gibt.

Die etwas andere 16:9-Entzerrung
Während das Setup-Menü des Cineultra bei 4:3 die übliche Alternative zwischen Letterbox und Pan&Scan bietet (letzteres natürlich nur wenn die Disc es zuläßt), weicht seine Verarbeitung im 16:9-Modus wesentlich von dem anderer DVD-Player ab. Ist der TV-Type im Menü Setup-->Common users-->TV Type auf 16:9 gestellt, rechnet der CineUltra das Bild selbsttätig um, wenn er ein 4:3-Format auf der Disc erkennt. Im Regelfall aktiviert er den als Horizontal Shrink bezeichneten Modus, der das Bild horizontal soweit zusammenstaucht, dass auf einem Schirm oder auf einer Bildwand im 16:9-Format ein kleineres 4:3-Bild mit schwarzen Streifen links und rechts entsteht. Das funktioniert zum Beispiel auch dann perfekt, wenn das Menü auf einer DVD in 4:3 ist, während der Film den anamorphen Modus verwendet. Sobald das Menü erscheint, aktiviert sich der horizontal Shrink-Modus und das Seitenverhältnis stimmt. Natürlich nur, wenn die Flags auf der DVD korrekt gesetzt sind.

Handelt es sich um Letterbox-Filme ohne anamorphe Unterstützung, ist es schwer von der Disc abhängig, für welches Bildformat sich der Cineultra entscheidet. Er kennt nämlich auch einen "Vertical Expand" Modus, in dem er solche Filme quasi ins anamorphe Format hochrechnet. Bildteile oben und unten entfallen dabei, aber das sind dann im Regelfall sowieso schwarze Streifen. Leider funktioniert dieser wundervolle Modus nicht immer, besonders bei PAL-Discs wird manchmal stattdessen "Horizontal Shrink" aktiviert, was zu einem winzigen "Windowbox"- Bild auf der breiten Bildwand führt. Dann bleibt lediglich der manuelle Weg: also im Setupmenü auf 4:3 Letterbox umstellen und das Y-Zoom im Feature-Menü hochfahren (87040 ist ein guter Wert dafür). Warum diese Erkennung bei PAL-Scheiben nicht klappt, konnte ich bisher nicht klären. "Titanic" und "Comedian Harmonists" wurde zum Beispiel falsch erkannt, "Cats" funktionierte merkwürdigerweise. Bei NTSC-Discs (Bug’s Life, Die Hard, The Edge) klappte es praktisch immer. Sind eventuell falsche Flags auf der Disc daran schuld? Wie auch immer: wenn es aber klappt, ist der CineUltra der perfekte Helfer für die breite Leinwand!

Nicht ganz so erfreut werden Besitzer von Rückpros mit 16:9-Umschaltung sein, denn dort ist beim Cineultra eine manuelle Umschaltung erforderlich: TV-Type 16:9 bei anamorphen Discs und 4:3 Letterbox in allen anderen Fällen, sonst gibt’s ein kleines "windowboxed" Bild..

Verarbeitung
Von weiter weg betrachtet, ist der Cineultra zunächst ein recht ordentlicher DVD-Player. Kommt man etwas näher, fällt einem so manches Detail auf, das ein wenig mehr Aufmerksamkeit der Konstrukteure verdient hätte. So zeigen sich nach dem Öffnen der Lade die elektronischen Anschlüsse der Betriebsanzeige in voller Schönheit - das müßte nicht sein. Auch hat beim Testgerät die Farbe offensichtlich nicht ganz gereicht, um die Lade auch an den Seiten schwarz zu färben. Kleinigkeiten zwar, aber für einen Player um 3000 Mark sicherlich nicht adäquat. Die elektrischen Anschlüsse an der Rückseite sind dagegen alle fest und über jeden Zweifel erhaben.

Bedienung des CineUltra
Im Großen und Ganzen problemlos, auffällig nur, dass man am Gerät auf Tasten für Kapitelsprung verzichtet hat. Das macht die Anwahl bestimmter Titel von Audio-CDs nicht gerade leichter. Dafür gibt es Cursor- und OK-Taste, so dass DVD-Menüs direkt am Gerät bedient werden können. Die Fernbedienung ist relativ zu den Gebern anderer ähnlich teuerer Geräte ein Fliegengewicht, ist nicht beleuchtet und hat viele verwechselbar gleiche Tasten. Bisher konnte ich noch nicht herausfinden, wie man einen Titelsprung auslöst oder einen Titel direkt ansteuert. Das geht offensichtlich nur auf Kapitelebene (wer's herausfindet sagt mir bitte Bescheid:-). Alle Funktionen im Setup sind auf (englischer!) Textbasis, mit den oft gesehenen Piktogrammen haben die Macher des CineUltra nichts am Hut. In mancherlei Hinsicht ist das auch gut, denn so weiß man wenigstens gleich, was gemeint ist. Aber es wirkt halt etwas schlichter. Ein paar "Spezialtasten" sollte man kennen: längerer Druck auf Subpicture schaltet zwischen Interlaced und progressive hin und her. Längeres Drücken von "Clear" bringt den Player in die Werkseinstellung, zusätzlich kann dann eine Zahl für die feste Einstellung des Ländercodes eingegeben werden, gefolgt von einem weiteren Druck auf "Clear". Diese Funktion habe ich nicht getestet, weil der Cineultra im Werksmodus schon alles spielte (Enhanced RC leider nicht zur Hand).

Wie sieht es auf der Audio-Seite aus?
Der Mehrkanaldekoder lässt vielerlei Optionen zur Konfiguration zu, die eine korrekte Anpassung auf jegliches System erlauben sollten. In diesem FAQ wird dieses Thema nicht erschöpfend behandelt, weil die meisten Benutzer doch letztendlich einen eigenen, externen Mehrkanaldekoder anschließen werden. Im Test war der Cineultra via Koaxkabel mit einem Lexicon DC-1 verbunden. Bis auf zwei Unschönheiten funktionierte auch alles: erstens waren bei dts zuweilen kurze Aussetzer zu verzeichnen, zweitens kam der 5.1-Ton bei Kapitelsprüngen ins "Stottern". Das legte sich zwar nach einigen Sekunden ohne weiteres Zutun, sollte aber vom Hersteller dringend per Update der Firmware korrigiert werden - so es sich nicht um eine Ausnahmeerscheinung des speziellen Testexemplares handelt (Kommentare willkommen!)

Was kann ich aus den vielen Infotafeln entnehmen?
Selbst hartgesottene User werden von der schieren Zahl der Infotafeln des CineUltra erschlagen. Wirklich aussagekräftig sind aber nur wenige davon, die meisten zeigen aber nur Allgemeinplätze oder relativ uninteressante Interna. Besonders interessant für Video ist jedoch die Seite 12 (entweder 12x Disp drücken oder 1x Disp und dann +10 gefolgt von 2), auf welcher der Cineultra die Natur des Videosignals der Disc enthüllt.

Unterschied zu anderen Progressive-Lösungen
Folgende Alternativen zum Cineultra sind denkbar: Normaler DVD-Player mit externem Videoprozessor oder ein modifizierter Player ("Cinematrix"). Im Gegensatz zu dieser Lösung besitzt der CineUltra keinen internen Scaler. Er ist auf die positive Mitwirkung des Projektors bei panelfüllender Skalierung angewiesen. Dafür ist sein De-Interlacing wesentlich effektiver. externer Scaler: ist meist teuerer, es gibt leichte Abstriche an der Auflösung, weil eine weitere D/A-A/D-Wandlung eingeschoben werden muss. Dafür kann ein externer Videoprozessor auch andere Quellen verarbeiten und bietet oft mehr Optionen für die Ausgabe des Bildes, so zum Beispiel eine Erhöhung der Bildfolge auf 75 oder 100Hz. Der näheste Konkurrent zum CineUltra ist sicherlich ein HTPC, der zusätzlich Skalierung und Bildfrequenzumrechnung erledigt und auch sonst noch manche Extrafunktion mitbringt. Wäre da nicht schweißtreibende Installation und die Kenntnis von geheimnisumwitterten Insiderwissen nötig, um einen wirklich funktionierenden HTPC auf die Beine zu stellen. Von ständigen Treiberupdates und gelegentlichen Abstürzen ganz zu schweigen. Aber auch andere DVD-Player mit progressiver Ausgabe in PAL finden sich ein: so der Denon 2800, der per simplen Software-Update ebenfalls PAL-fähig ist - und mit seinem iScan Chipsatz bestimmt nichts anbrennen lässt. Jedoch ist auch dessen progressive Ausgabe auf YUV beschränkt, für RGB braucht man Hilfsmittel wie den Burosch Converter (wobei es auch gewisse Detailprobleme mit dem Sync gibt). Noch engere Konkurrenten werden wohl die Parasound D1 und besonders der preisgünstige D2 werden, die ebenfalls progressive RGB-Ausgänge vorweisen können.

Fazit:
Der Cineultra ist ein Segen für das Heimkino mit Projektor, weil er bei Film-DVDs perfekte Vollbilder erzeugen kann. Der Anschluss an multiscanfähige CRT-Beamer sollte ohne Problem gelingen, DLP- und LCD-Projektoren ist nicht ganz pflegeleicht, wie es auf den ersten Blick scheint. Auf der anderen Seite ist der Cineultra aber so eine Art ungeschliffener Rohdiamant, weil einige der wesentlichen Features nur sehr umständlich zu bedienen sind, andere gar fehlen (Titelsprung) oder unvollständig sind (DVD-Audio). Im praktischen Gebrauch erwies sich als besonders lästig zum Beispiel, dass es keinen Speicher für Bildformate gibt. Trotz solcher Ungereimtheiten kann der halbwegs erfahrene User mit etwas Geduld ganz erstaunliche Ergebnisse mit dem CineUltra erzielen, die bislang teuerstem Equipment vorbehalten waren.

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