Toshiba TDP-MT500


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Nicht jeder hat das große Geld für einen HDTV-Beamer locker, aber vielen ist ein Einstiegsprojektor mit magerer Auflösung einfach zu wenig. Toshibas MT500 liegt in der goldenen Mitte: er kostet weniger als die Hälfte eines HDTV-Projektors und kann dennoch progressives PAL vollständig auflösen. Das erledigt sein auf Breitbildformat modifizierter XGA-Chip, von dessen 768 Spiegelzeilen der MT500 nur die mittleren 576 benutzt - ergibt optimale Verhältnisse für PAL im praktischen Breitbildformat. Die restlichen Pixel des DLP-Chips, eigentlich 4:3, sind zwar vorhanden, aber permanent auf "aus" geklemmt. Für PC-Präsentation ist der MT500 nur bedingt geeignet, weil er die volle XGA-Darstellung nicht aktivieren kann. Das unterscheidet ihn auch grundlegend von XGA-Projektoren wie dem ThemeScene H56 oder den NEC HT1000, die im Notfall alle 1024x768 Pixel in die Waagschale werfen. Aber im Heimkinobetrieb mit 16:9-Leinwand besteht dazu gar keine Notwendigkeit.

Hinten wurde ein Gehäuseteil zur Geräuschdämmung angesetzt.

Lichtleistungen
Die inaktiven Pixel ober- und unterhalb des aktiven Bildbereiches stören kaum, denn das Schwarz des MT500 ist mit lediglich 0,3 Lumen exzellent. Zusammen mit dem ordentlichen Lichtpegel bei Weiß ergibt sich ein stattlicher maximaler On/Off Kontrast von über 2300:1. Das allerdings nur im "Hell" Modus, der eine bläuliche Farbabstimmung jenseits der zehntausend Kelvin abliefert. Die vernünftigste Abstimmung für Kino kann man dem MT500 mit seiner Farbtemperatur "Dunkel" und Gamma auf "Cinema" entlocken, dann bleiben reale 370 Lumen bei einem Kontrast von knapp 1400:1. Und das völlig ohne Iris und doppelten Boden - eine reife Leistung. Der Weißabgleich ist zwar nicht hundertprozentig am Punkt, aber auch nicht sehr weit davon entfernt. Dunkle Graustufen tendierten etwas in bläuliche, was man mit dem vollständigen Farbreglersatz und einer "User"-Einstellung der Farbtemperatur trefflich beheben kann. Dank reinem RGB-Farbrad mit vierfacher Geschwindigkeit (200Hz bei PAL) hält sich der typische Regenbogeneffekt der Ein-Chip DLP-Technik in vertretbaren Grenzen.

Die Farbneutralität der besten Werkseinstellung ("dunkel") weicht bei dunklen Graustufen zu bläulichen Tönen hin ab.. Mehr Perfektion ist manuell erzielbar (siehe Einstelltipps).

Aufstellung & Bedienung
Bei der Optik war eher Schmalhans Küchenmeister, aber irgendwo muss der Unterschied zu den teuren HDTV-Beamern ja stecken. Nur minimaler Zoombereich, keine optische Bildverschiebung und natürlich alles in Handbedienung. Der steile Projektionswinkel des MT500 dürfte vermutlich auf sein eigentliches 4:3-Panel zurückgehen, auf dessen Kantenhöhe er aufgestellt werden sollte. Weil sein 16:9-Ausschnitt erst höher beginnt und sich auch nicht verschieben lässt, muss er deutlich ober- bzw. unterhalb der Leinwandkante stehen. In manchen Aufstellvarianten mag das hilfreich sein, besonders bei größeren Bildbreiten wird man schnell die elektronische Trapezentzerrung benötigen, weil gängige Raumhöhen nicht mehr ausreichen. Die Trapezkorrektur kostet allerdings Auflösung, weswegen Sie besser nicht verwendet werden sollte. Ein horizontaler Versatz lässt sich beim MT500 optisch jedoch nicht ausgleichen. Die Fernbedienung des MT500 gibt man dagegen so leicht nicht mehr her. Sie glänzt mit vielen direkten Funktionen per einfachem Tastendruck, so dass man das Menü kaum benutzen muss. Alle - ja, wirklich alle Bildparameter können per eigener Taste aufgerufen werden. Format oder Quellenwahl: ein Tastendruck. Da sind drei Bildspeicher und die Beleuchtung schon beinahe selbstverständlich.

Anschluss & De-Interlacing
Neben den Standardbuchsen glänzt der MT-500 gleich mit zwei Komponententrios im seitlichen Eingangsfeld - sehr praktisch. Füttert man diese mit "normalen" Signalen, entfernt ein SIL504 Chip den Zeilensprung. Die Filmmoderkennung des 504 ließ sorgfältige Abstimmung erkennen, andernfalls verliert er bei langsamen Bewegungen schon mal den Filmmode. Ein Lapsus, der dem MT500 nur sehr selten unterlief. Der 504 kann trotzdem nicht ganz mit den Konkurrenzchips von Faroudja mithalten, sichtbar zum Beispiel am kurzzeitigen Verlust des Filmmodes im letzten Kapitel von "6 Tage, 7 Nächte". Aber kein Problem: Wer Perfektion will, kann jederzeit einen Progressive-Scan Player an die Komponenteneingänge anklemmen und damit gleich Farb- und Helligkeitsauflösung optimieren. Braucht man dann überhaupt einen guten De-Interlacer im Projektor? Wir meinen ja, denn somit kommt zum Beispiel auch der Satellitenreceiver zu einem besseren Bild, denn progressive Ausgänge findet man bei diesen Zuspielern eher selten. Auch HDTV schluckt der MT500 bereitwillig über seine Komponentenports und erfreut mit exzellenten Bildern.

Anschlussfeld: reiche Ernte: 2xKomponente samt DVI-I

 

Das Highlight des MT500 ist zweifelsohne der DVI-Anschluss, der dank DVI-I Buchse auch gleichzeitig als analoger RGB-Eingang dient. Den Adapter für die Scartdose kann man sich jedoch sparen, denn 15K-RGB routet der MT500 am integrierten De-Interlacer vorbei. Dagegen ist die digitale Zuspielung von progressivem PAL eine echte Augenweide: horizontale Auflösung erhöhte sich die auf volle 6,75MHz, womit die Klarheit ein weiteres Mal sichtlich zunahm. Leider traten digital wirkende Farbabstufungen eine Idee deutlicher hervor. Auch im DVI-Modus ist der moderate Overscan zu sichten, der zwar kaum Bildinhalt unterschlägt, aber die perfekte Zuordnung der 576 PAL-Zeilen auf das DLP-Raster verhindert. Aber mal ehrlich: das wäre zwar das Sahnehäubchen, schmälert das DVD-Vergnügen aber wenig, weil praktisch alle DVDs stark vertikal gefiltert sind, um auf herkömmlichen Fernsehern nicht zu flimmern. Wichtiges Detail: Alle Bildparameter sind übrigens auch bei DVI aktiv, das ist auch bei weit teureren Projektoren nicht immer der Fall.

Fazit:
Der MT500 überzeugt dank seines hohen Kontrastes in dunklen Szenen, zeigt erstklassige Farben und lässt sich kompromisslos kalibrieren. Toshibas Neuer erfreut mit allen Features, die das Heimkinoherz begehrt. Gut, er könnte noch einen Tick leiser sein und die 576p Pixel perfekt einpassen, aber für 3500 Euro wird man derzeit kaum mehr Projektor bekommen.

 

Hier punktet der Toshiba:
Filmmode und PAL-Optimierung
komplettes Anschlussbouquet
durchdachte Fernbedienung
guter Kontrast
guter De-Interlacer

Das überzeugt weniger:
PAL nicht pixelperfekt
16:9 Ausschnitt nicht verschiebbar

Tipps für die Einstellung:
Der Kontrast lässt sich erstaunlich hoch drehen, ohne dass man Details im Weiß verliert, noch ändert sich die Farbtemperatur in hellen Bildteilen. Daher: Kontrast +25, Helligkeit +1 (je nach Zuspieler), Schärfe -2/-3, Farbtemperatur: Dunkel, Gamma: Cinema. Eine sehr gute Farbabstimmung mit einem fast konstanten D65 über alle Graustufen erreichten wir beim Testgerät mit: „Farbzuw.“ (Gain) R+512, G+445, B+385 und „Abw.“ (Bias) R+21, G+20, B+13. Diese Werte im „User1/2“ Feld speichern. Achtung: nicht alle Zuspieler und Quellen sind gleich, so dass Abweichungen auftreten können

Peter Finzel


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