Sanyo PLV-60


Da waren es schon drei: mit dem PLV-60 stellt Sanyo den dritten Projektor mit 16:9-Breitbildpanels in der Geschichte der LCD-Projektoren vor. Und was für einer: Mit fast 10 Kilo Lebendgewicht stellt der PLV-60 wahrlich eine massive Erscheinung im Lager der immer zierlicher werdenden LCD-Projektoren dar. Allenfalls kann man den Sharp ZW60 zum Vergleich herziehen, dessen Proportionen ziemlich ähnlich lagen. Im Grunde tendiert die Form zu einem im Konferenzraum eingesetztem Gerät. Wie der Sharp kommt der Sanyo auch mit einem komfortablen Lens-Shift Objektiv, das schon alleine sehr massiv aussieht.

Lichttechnik
Die Grenzwerte liegen bei einem Lichtstrom von 1140 Lumen maximal und knapp 3 Lumen minimal, ergibt einen absoluten Maximalkontrast von 380:1. Damit liegt er deutlich besser im Rennen als der VW10, muss sich aber ärgerlicherweise der Lightengine seines Juniorpartners, dem PLV-30 in Sachen Kontrast (700:1!) hoffnungslos geschlagen geben. Die Sättigungspunkte bei der Einstellung liegen für Schwarz bei einer Helligkeitseinstellung von 24 (Kontrast 32), bei Weiß bei 38 (bei Helligkeit 32). Der Schwarzpegel liegt bei Werten um die drei Lumen, was auf den ersten Blick gar nicht so viel besser als beim Sony (>5 Lumen) erscheint. Doch reicht die Lichtdynamik des Sanyos weiter nach oben, weil er immer mit voller Lampe fährt, vergleichbar mit dem VW10HT mit deaktivierter Kinoschwarzeinstellung. Dann liegt dessen Schwarzpegel aber eher bei 7 Lumen, so dass der Sanyo mehr als die Hälfte unterbietet. Der PLV-60 liegt haarscharf an jener Grenze, an der der Schwarzpegel nicht mehr störend auffällt, weil er einfach genügend Kontrast produziert. In realen Bildern gemessen, kam ich auf Kontrastwerte von rund 220:1.Ein guter Röhrenbeamer schafft den Praxistest mit knapp 300:1. Der ANSI-Kontrast am Schachbrettmuster markiert die untere Grenze des Kontrasts mit viel Weiß im Bild, auch dort blieb die Messung im Rahmen (VW10HT: ca. 90:1)

Wie bei vielen anderen Geräten auch zeigte die Messung der Gammakurve eine Überhöhung zu den hellen Graustufen hin. Das kommt, weil die meisten Hersteller viel Licht vorzeigen wollen, und daher die Werkseinstellung eher heller justieren, wodurch sich die Abstufungen bei den hellsten Graustufen zusammendrängen. Im speziellen Fall könnte man versuchen, diesen Fehler mit dem (glücklicherweise vorhandenem) Gammaregler zu beheben. Dessen Wirkung zieht aber den gesamten Graustufenbereich nach unten, womit dunkle Bildteile leiden. Besserer Weg: Kontrast herunterdrehen (28-30 sind gute Werte), um das Weiß im aktiven Bereich abzusenken. Damit glättet sich der Buckel in der Fehlerkurve merklich, restliche Korrekturen kann man mit dem Gammaregler vornehmen. Eine leichte Anhebung der Gammakurve verringert die Abweichung bis auf 1,5%. Wie so oft: ein Verzicht auf maximale Helligkeit steigert die Homogenität des Bildes ungemein.

Farben
Der Unterschied zwischen der Standard und Kinoeinstellung zeigt sich sofort am Farbmessgerät: die Rot/Blau Balance verschiebt sich etwas zu rot hin. Grundsätzlich liefert der Sanyo aber etwas zu viel grüne Farbanteile (y Wert bis 0,37, richtig wäre 0,329). Eine Nachregelung ist bei LCD immer problematisch, weil man dabei soviel an Kontrast verliert, wie man manchmal durch die bessere Farbbalance nicht ausgleichen kann. Zudem sind die drei vorhandenen Regler nicht ausreichend, mindestens 6 wären notwendig um die Balance an beiden Enden der Helligkeitsskala abzugleichen. So kann man nur etwas ausmitteln, was alles andere als einfach ist, denn rote und blaue Farbanteile verhalten sich höchst nichtlinear.

Aufstellung
Der Sanyo gibt sich dank seines Shift-Objektives sehr flexibel, braucht aber im Vergleich zum Wettbewerber von Sony eine etwas größere Projektionsdistanz. Beim PLV-60 kann man in vielen Fällen ohne Deckenaufhängung auskommen, weil das Bild bei normaler Aufstellung des Projektors weit per Lens-Shift vertikal verschoben werden kann: nach oben ein Stück oberhalb der Linsenmitte, beim unteren Endpunkt liegt die Linsenmitte im oberen Viertel des Bildes - selbiges gilt umgekehrt für eine Deckenaufhängung. Weil der Shift per Motor und somit via Tastendruck auf der Fernbedienung arbeitet auch ideal auch für die variable Maskierung von Scopefilmen geeignet!

Bedienung:
Die Fernbedienung kommt zwar im wertigen Silberdesign daher, verzichtet aber auf Hintergrundbeleuchtung. Dazu sind die Tasten alle gleich groß, was die Bedienung in dunkler Kinoatmosphäre nicht eben erleichtert. Welcher Teufel mag Sanyos Ingenieure wohl geritten hat, dass die Formateinstellung am IR Geber vergessen wurde? Ganze 7 Tastendrücke sind nötig, um das Bildformat zu wechseln. Wohl hatte man aber Tasten für ein digitales Zoom übrig, das aber nur bei RGB-Bildquellen wie vom PC funktioniert und bei Video ein großes gelbes Ausrufezeichen liefert. Punktabzug! Es sind vier individuelle Bildeinstellungen speicherbar, zusätzlich eine Standard und Kinoeinstellung. Letztere kann zwar verändert, aber nicht abgespeichert werden. Die andere Farbabstimmung der Kinoeinstellung in den unteren Graustufen kann man übrigens in andere Einstellungen übertragen, wenn man die Einstellungen von diesem Modus aus vornimmt. Die vier Indivdualeinstellungen sind weiterhin nur sequenziell per "Image"-Taste abrufbar. Wer also auf eine programmierbare Fernbedienung zur Vereinfachung hofft, wird somit leicht in Schweirigkeiten kommen.

Lüftergeräusch
Mit gemessenen 39,5dB(A) ist der PLV-60 alles andere als laut, bleibt aber dennoch in leisen Filmpassagen gut hörbar. Eine Dosierung der Lampenleistung und damit des Lüftergeräusches hat Sanyo beim PLV-60 nicht vorsehen. Also: Entweder alles oder nichts. Damit wird der PLV-60 leichte Beute für den älteren Sony VPL-VW10HT, der ihn just mit diesem Trick um ganze 2 dB(A) unterbietet. Beide sind aber etwa gleichauf, wenn man den Sony auf vollen Touren betreibt. Da sieht man, dass die Entwickler im Grunde relativ zur starken Lampe (250W) gut gearbeitet haben. Denken Sie nur an den kleinen PLV-30: der hat deutlich weniger Watt in der Birne, ist aber lauter! Tipp: die Geräuschentwicklung ist hinter dem Projektor am lautesten, vorne ist er um fast 3 dB leiser. Der beste Sitzplatz ist also vor dem Projektor, nicht dahinter. Ebenfalls entladen sich die warmen Abgase nach hinten, ein Platz, den man daher besser meidet.

Panels
Sanyo bedient sich beim Wettbewerb: die Breitbildpanels stammen aus der Produktion von Sony und werden dort ganz ähnlich im VW10HT verbaut. Die Auflösung liegt bei reichlichen 1366 mal 768 Bildpunkten, womit selbst HDTV (so es einmal zu uns kommt) seinen Schrecken verliert. Der PLV-60 scheint aber nicht ganz alle Bildpunkte auszunutzen, rings um das Bild bleibt ein schmaler Rand zurück, der sichtlich aus (wenigen) Bildpunkten besteht. Beide mir zur Verfügung stehenden Testmuster war die Farbdeckung nicht so gut wie andere LCD-Projektoren abgeglichen, wodurch beim Gittertestbild Farbsäume zurückblieben. Zu den Ecken des Bildes kam es zu deutlichen Verfärbungen im Weißbild. Die statischen vertikalen Störstreifen wollte ich zuerst dem Vorserienstatus des ersten Testmusters anlasten, aber auch das zweite Exemplar aus der Serienproduktion zeigte dieses Verhalten, das besonders bei dunkleren Graustufen auffällig ist. Weil das erste Testgerät schon einige Stunden in Betrieb war (kein zugänglicher Betriebsstundenzähler im Menü), ließen sich leider auch einige Staubpartikel per Defokussierung auf den Panels im Bild identifizieren. Auch das zweite Seriengerät zeigte schon einige sichtbare Körner. Also auch beim PLV-60 keine Verbesserung: auch für ihn könnte Staub zum echten Problem werden. Pixelausfälle gab es dafür erfreulicherweise nur je einen ganz einzigen, der kaum sichtbar blieb. Das ist bei über drei Millionen Bildpunkten eine reife technische Leistung.

Eingänge
Der PLV-60 hat zwar viele Eingänge, wobei das eher auf Profi abgestimmte Konzept den Laien anfänglich überfordern kann. Die Fülle der Buchen ist nämlich in drei Eingangsgruppen gegliedert, von denen zwei mehrfache Belegungen besitzen. Eingangsgruppe 1 besteht einzig und allein aus einem VGA-Port für PC oder ähnliche RGB-Quellen. Besonders komplex ist dagegen die zweite Gruppe, die aus 5 BNCs plus einer S-Videobuchse besteht. Die fünf Einzelbuchsen aus dem Profisortiment können fast alles verarbeiten, was die Welt der Videosignale zu bieten hat: Video, Y/C, YUV und RGB. Dazu kommt noch die Mini-DIN Dose, die extra als S-Video angewählt werden kann. Das mag Erstbenutzer etwas befremden: wo bitte ist der Unterschied zwischen S-Video und Y/C? Beim Sanyo in Art der Anschlüsse: S-Video kommt über die Mini-DIN ("Hosiden") Buchse herein, Y/C über die ersten beiden der BNC-Buchsenreihe. Klar: In dieser Form bekommen Sie das Signal natürlich von (fast) keinem DVD-Spieler. Die BNC-Phalanx kann man sogar als profanen Videoeingang mißbrauchen: dann ist nur die ganz linke Buchse aktiv. Komponentensignale wie YPrPb (YUV) oder RGB nutzen das Potenzial dieses Anschlusses natürlich viel besser (siehe eigene Abschnitte). Die dritte Eingangsgruppe endet in drei Cinchbuchsen, und beherrscht zwei Betriebsarten Video in Form eines Verbundsignales (FBAS, CVBS) an der linken des Trios, oder ein Komponentensignal aus einem DVD-Player.

Bildqualität bei Standardvideosignalen
Fragt sich nur: wie sieht das Bild letztendlich subjektiv aus? Zwar meist akzeptabel , aber in puncto Bildharmonie und Homogenität kann er gegen einen guten Röhrenprojektor nicht das Wasser reichen. Zudem gibt es einige ernsthafte Kritikpunkte: erstens die vertikalen Störstreifen, zweitens fielen bei S-Video Einspeisung in dunklen Szenen Solarisationseffekte auf (eng beieinander liegende Grautöne werden fälschlicherweise zu einer wabbernden "digitale Geisterflächen" kombiniert, zu beobachten in 6T7N, Kapitel 16). Drittens ist die Detailauflösung für einen Projektor dieses Kalibers nicht so hoch wie erwartet. Das Bild wirkt relativ stumpf. Immerhin: bei YUV schien die Neigung zu Solatisationseffekten weitaus geringer. Die Farbgebung ist nicht ganz am Punkt, aber dennoch mit leichten Eingriffen ins Menü akzeptabel. Positiv: Die Struktur des Panels ist so fein, dass sie auch bei sehr großen Bildern (beziehungsweise bei einem Betrachtungsabstand ab dreimal Bildhöhe) nicht störend hervortritt.

Interner Scaler
Der De-Interlacer des PLV-60 unterscheidet 2 Modi: Progressive Ein oder Aus. Kann natüDer De-Interlacer des PLV-60 unterscheidet 2 Modi: Progressive Ein oder Aus. Kann natürlich nur bei Interlace Signalen aktiviert werden und hat trotz der etwas mißverständlichen Bezeichnung rein gar nichts mit der Verarbeitung von progressiven Bildern zu tun. Unter "Progressive: Ein" versteht man bei Sanyo einen Algorithmus zu adaptiven Bewegungkompensation von Bildern mit Zeilensprung, die bewegte Bildteile von unbewegten unterscheidet. Bei allen ruhigen Bildteilen werden die Halbbilder verwebt, bewegte Teile nur innerhalb des Halbbildes interpoliert. Das funktioniert etwas besser als eine reine Standbilderkennung (wie zum Beispiel beim Cinema Ten) und entfernt so manches Zeilenzittern. Jaggies oder Kämme an bewegten Kanten kann auch Sanyos De-Interlacer nicht verhindern. Mit einem echten Filmmodus, wie ihn einige externe Videoprozessoren, progressive-Scan DVD-Player oder der Yamaha DPX-1 bieten, kann der De-Interlacer von Sanyo nicht im entferntesten schritthalten. Schaltet man den "Progressive" Modus aus, werden nur die Halbbilder getrennt interpoliert. Die vertikale Auflösung sinkt ab, die Auflösungsbesen auf der Video Essentials Titel 17, Kapitel 13 beginnen zu zittern - ebenso wie alle anderen fein aufgelösten Bilddetails in realen Bildern. Der integrierte Scaler ist daher keine empfehlung wert. Dass es sogar mit einfachen Mitteln besser geht, hat Sanyo selbst im PLV-30 bewiesen.
Zudem wird der Videomodus des PLV-60 von zu kräftig eingestelltem Overscan geplagt. "Dirty Harry", gerade zur Hand, ist auf der Disc im 2,38:1 Scopeformat enthalten. Vom PLV-60 würde man eher auf 70mm tippen, denn dort habe ich 2,20:1 auf der Bildwand abgemessen. Auf der 3,17m breiten Bildwand im Testraum wird der Film satte 10 cm höher als im originalen Format gespielt. Anders ausgedrückt: an den Seiten fehlen insgesamt 25 Zentimeter Bild! Der Overscan kann bei RGB-Betrieb vermindert werden, nicht aber bei Video..

RGB-Eingang um HTPC
Die Überraschung war perfekt: der PLV-60 kann Bilder vom PC panelfüllend darstellen! Das war schon immer ein Kritikpunkt am Sony, bei dem das volle Panel nur mit vielerlei Tricks zu füllen war. Die brauchen Sie beim Sanyo nicht. Wählen Sie "Vollbild" und die Signale vom PC werden in die anamorphe Breite gezogen. Am PC muss dann folglicherweise die Option "Seitenverhältnis beibehalten" (bei WinDVD, andere nennen es anders) deaktiert werden. Nun mögen Puristen immer noch nach mehr verlangen: nämlich jedes einzelne Pixel direkt vom PC ansteuern, indem man die Grafikkarte per Hand in einen 16:9-Modus zwingt. Vorteil: auch der Windows Desktop wird unverzerrt dargestellt. Aber mal ehrlich: wenn der Computer im XGA-Modus arbeitet, kommt alles von der DVD herüber, was auf der Disc gespeichert ist. Der Rest obliegt dem Scaler, und der kann im PC oder im Projektor sitzen. Beim Sanyo müssen beide Skalieren, was aber zu durchaus ansehnlichen Resultaten führt. Es konnte nicht anders kommen: unter dem kritischen Blick des Testers blieben einige Ruckler nicht aus, und zwar mehr, als der gleiche PC am Röhrenprojektor abliefert. Weil es aber unübersehbare Variationen an PCs und Playersoftware gibt, mag das für andere Kombinationen anders aussehen. Wen ein paar Ruckler nicht so sehr stören, der hat mit dem PLV-60 einen recht brauchbaren Bildwerfer für seinen Heimkino-PC gefunden.

RGB zu einem externen Scaler oder CineUltra
Der PLV-60 schlug sich erstaunlich tapfer CineUltra, der per Direktverbindung der VGA-Buchsen angeschaltet war und seinen progressiven RGB-Modus benutzte. Für PAL-Discs kann der PLV-60 allerdings auf keinen seiner vorprogrammierbaren Modi zurückgreifen. Das sieht man, weil er im Modusfenster einen Strich anzeigt. Trotzdem stellt sich sofort ein relativ brauchbares Bild ein. Wer gerne spielt, kann das Bild an vielfältigen Einstellungen noch tunen, allerdings bergen diese RGB-Einstellungen einige Tücken. Das berüchtigte 50Hz-Ruckeln bei PAL-Discs stellt sich glücklicherweise nicht ein, jedoch neigen feine Details bei Schwenks etwa zum Zittern. Besser sah noch der progressive NTSC-Modus via RGB aus, der sich sogar mit Tracking und Linienzahl recht leicht feintunen ließ, was beim PAL-Derivat deutlich schwieriger ausfiel. Eine RGB-Verbindung zu einem externen Scaler wie einem Vigatec VC1280 ist leider nicht ganz problemlos. NTSC-Discs laufen im SVGA und XGA-Modus zwar gut, nur beim Umschalten auf PAL-Quellen wird der PLV-60 von allen vordefinierten Modi verlassen. Dann hilft nur, kräftig Hand anzulegen und einen der fünf freien Speicher mit eigenen Einstellung zu belegen. Sowohl Linedoubling als auch XGA konnte ich mit einiger Mühe einstellen. das resultierende Bild ist einen Tick besser als mit dem internen De-Interlacer, der ja keinen Filmmode besitzt. Die Steigerung der Bildqualität ist aber deutlich geringer, die man mit so einem Scaler an einem CRT-Beamer erzielen kann. Ob sich die Investition daher rentiert, sollte man sich wohl überlegen. Übrigens: Höhere Auflösungen wie 1280x1024 bringen keinen Vorteil, weil sie vom PLV-60 zunächst auf XGA mit 4:3 zurückskaliert und dann erst auf volle Panelgröße gebracht werden.

15K-RGB vom DVD-Player
Den genialen Trick des Sony 10HT kann der Sanyo nicht wiederholen: er hat nämlich keinen integrierten Sync Stripper. Ohne zusätzliche Hardware läuft also gar nichts zwischen SCART und den BNC-Buchsen. Mit Hilfe des Burosch-Converters akzeptierte der PLV-60 anstandslos 15K-RGB aus einer angeschlossenen Kathrein UFD-552 Box. Allerdings zeigt sich schnell, dass das De-Interlacing bei dieser Anschlussart sehr einfach ausfiel. Im Menü fehlt zudem bei 15K-RGB auch die Option, um den besseren "progressive" Modus zur Zeilensprungentfernung zu aktivieren. Auch sonst gibt es einige Einschränkungen: nur die Formate Voll (anamorph) und Normal (4:3 Windowbox) sind nutzbar (kein Zoom!), außer Kontrast, Helligkeit, Gamma und Weißabgleich sind alle anderen Funktionen deaktiviert. Will heißen: beim PLV-60 lohnt es sich nicht, den Aufwand für 15K-RGB zu betreiben. Wieder mal ist die beste Signalart der meisten europäischen DVD-Player schlichtweg nutzlos.

Komponentenanschluss
Der Komponentenanschluss des PLV-60 ist für hochwertige Videosignale bestens gerüstet. Von normalen 480i/575i bis hin zu 1080i versteht er alles, was in der Videotechnik Eindruck schindet. Allerdings war die Vorstellung mit einem per YUV-Kabel verbundenen CineUltra doch nicht so ganz überzeugend, weil das 575p-Bild nach unten verschoben war. Gut, das kann man zwar beim CineUltra korrigieren, bei anderen Playern (Denon 2800) wahrscheinlich nicht, am Projektor ist an dieser Stelle kein Eingriff möglich.Bei "normalen" 15K-Komponentensignal tritt dieser Versatz nicht auf, ebenfalls nicht bei 480p Signalen. Speziell bei der Verbindung zum Cineultra waren kurzzeitige Bildaussetzer bei abrupten Hell/Dunkelwechsel zu verzeichnen. Besonders die häufigen Explosionen amerikanischen Actionstreifen führen zu so manchem kurzen aber lästigen Blaubild. Ein Grund für diese Aussetzer war nicht zu finden, bei anderen progressiven Quellen trat dieser Fehler nicht auf.

Formate
Grundsätzlich kennt der PLV-60 vier Formate: Vollbild, Zoom, Normal und Panoramabild. Vollbild füllt das gesamte 16:9 Panel mit dem hereinkommenden Videosignal, was es zum passenden Modus für anamorphe DVD macht. Zoom bringt das Bild auf volle Breite, vergrößert aber auch die Höhe, so dass Bildteile oben und unten entfallen. Bei nicht anamorphen Filmen im Letterboxformat sind das dann die schwarzen Balken (oder zumindest Teile davon). "Normal" passt ein kleineres 4:3-Fenster ins 16:9-förmige Bild ein, gelegentlich als Windowbox bezeichnet. Damit kann man ein 4:3 Vollbild in den richtigen Proportionen und vollständig betrachten. Letzteres stimmt auch bei "Panoramabild", nur die Proportionen stimmen nicht, weil das Bild nichtlinear in die Breite gezogen wird. Weniger in der Mitte, mehr am Rand: das sieht gruselig bei Schwenks aus. Bei progressiven YUV-Signalen kann Panorama nicht angewählt werden - kein großer Verlust. Werden RGB Signale eingespeist, steht nur noch Vollbild (zur Freude aller HTPC Betreiber) und Normal zur Verfügung, dazu kommen Original und D-Zoom. Original benutzt nur den Teil des Panels, der für die originale Anzahl der Bildpunkte benötigt wird. Ein 800x600-Signal füllt somit nur einen Teil der Bildhöhe. D-Zoom kann zum vergrößern wählbarer Bildausschnitte hergenommen werden (nutzt ganzes Panel). Bei 15K-Signalen ist die Auswahl noch eingeschränkter: dann stehen nur noch Vollbild und Normal zur Auswahl. Einziger Nachteil der Formatfrage: es gibt keine Taste auf der Fernbedienung (siehe Bedienung).

Fazit
Der PLV-60 hätte das Zeug, dem bisherigen Platzhirsch VW10HT den Platz im Kinokeller streitig zu machen. Sein wesentlich besserer Kontrast, seine flexible Aufstellung dank Lens Shift und sein Reichtum an Anschüssen und Betriebsarten lassen selbst abgebrühte Profis ins Schwärmen geraten. Aber leider gibt es einige unschöne Bugs wie Störstreifen, Overscan und Versatz bei 576p, die Sanyo vielleicht ja noch in einem Softwareupdate beheben könnte. Schlimmer ist das schon zweitklassige Videoelektronik für Standardsignale, außerdem geht beim Thema Betriebsgeräusch das Konzept der Wettbewerber besser auf. Eines steht fest: die Welt des Heimkinos ist dank PLV-60 um eine Attraktion reicher. Aber hätte Sanyo etwas mehr Feinabstimmung einfließen lassen, wäre daraus ein wirklicher Hit für das Kino zu Hause geworden. So bleibt es erst mal bei einer mittelmäßigen Beurteilung, eine echte Kaufempfehlung, wie man sie dem kleinen PLV-30 getrost zusprechen darf, kann man derzeit für den PLV-60 nicht geben.

Copyright 2001 by Peter Finzel. Verbreitung nur mit schriftlicher Zustimmung des Autors.

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