Sanyo PLV-Z2
Mit dem Sanyo PLV-Z2 wird HDTV-Auflösung endlich erschwinglich: für 2300 Euro (Listenpreis) erhält man einen hochauflösenden Breitbildprojektor, der über LCD-Panels mit 1280x720 Bildpunkten verfügt. Das gab es bis dato noch nicht, zu diesem Preis sind allenfalls Geräte mit niedriger Auflösung und einfacher Ausstattung im Umlauf. Davon kann beim PLV-Z2 wahrlich keine Rede sein: neben einem DVI-Eingang hat Sanyo sogar eine im Vergleich zum Vorgänger Z1 verbesserte Version der optischen Bildverschiebung in gleich zwei Dimensionen spendiert derartiges gibt es anderswo nicht mal bei High-End Geräten.

Lens-Shift und Aufstellung
Der sogenannte Lens-Shift erlaubt eine
Verschiebung des projizierten Bildes sowohl in der vertikalen als
auch horizontalen Richtung, und zwar bedeutend weiter, als sein
Vorgänger Z1 und alle anderen zuvor getesteten Geräte schieben
können. Die meisten Geräte lassen eine Verschiebung um eine
Bildhöhe zu. Nicht so der Z2, er kann zwei Bildhöhen
verschieben: bei Tischaufstellung liegt die untere Bildkante bei
maximaler Verschiebung eine halbe Bildhöhe über der
Objektivmitte gleiches gilt natürlich spiegelverkehrt
für Deckenaufhängung. Das ist ein wirklich praxisgerechtes
Feature, das die Aufstellung in den meisten Fällen extrem
erleichtern dürfte. So kann der Z2 in einem Regal stehen und
nach unten strahlen, oder aus einer Position unter dem Tisch die
Leinwand von unten beleuchten. Bei der Aufstellung hilft auch das
1:1,3-fache Zoom, das eher in Richtung kurze Projektionsdistanz
optimiert ist. Horizontal kann der Z2 um eine Bildschirmbreite
verschieben (rund doppelt so viel wie der Z1), so dass keine
optische Verzerrung an der linken oder rechten Seite der Leinwand
entsteht. Dank der rein optischen Lösung beim Lens-Shift geht in
keinem Fall Panelauflösung verloren. Dennoch fiel auf, dass bei
extremer Nutzung der Verschiebung mit einem leichten Abfall der
Abbildungsschärfe und der Ausleuchtung zu rechnen ist.
Eingestellt wird die Verschiebung mit zwei Rädchen an der
Frontseite, die jedoch deutliches mechanisches Spiel aufweisen
und insgesamt ein wenig wackelig gebaut sind. Aber diese
Einstellung (solange man Scope-Filme damit nicht an die
Leinwandkante schieben will) muss ja nur einmal vorgenommen
werden.

Viel Hebelwerk rund um die Optik: Iris, Zoom und zweidimensionaler Lensshift
Farbmessung
Bei der ersten Messung erwischte ich den PLV-Z2
gleich am falschen Fuß. Als Ausgangspunkt ging ich von der
werksmäßig vorjustierten Kinoeinstellung aus.
Sowohl im Modus Standard als auch bei
Videospiel, die jeweils für andere Voreinstellungen
bei den Farbreglern sorgen, zeigt sich eine kühlere Abstimmung,
die für Film nicht geeignet erscheint. Die Grautreppe im
Kino Modus konnte nicht vollständig überzeugen: sie
driftet bei dunklen Graustufen zu kalten Tönen ab, was bei
derzeitiger LCD-Technik oft zu beobachten ist. Sanyos
Voreinstellung erweist sich als wenig glücklich, denn in
mittleren Graustufen schießt die Farbbalance sehr kräftig zum
Rot über. Der wiederum typische Mangel an Rot im Spektrum der
Kurzbogenlampen verhindert aber, dass dieser Rotüberschuss zu
hellen Graustufen hin gehalten werden kann, womit sich dort die
Graubalance in Richtung Cyan bewegt. Als Folge kann man im
CIE-Diagramm der Farbmessung eine weitflächige Verteilung der
Messpunkte sehen, ich habe das auch in einem extra Diagramm
verdeutlicht. Bei realen Bildern äußern sich die Messergebnisse
in mehr rotlastigen Innenaufnahmen, während helle
Außenaufnahmen eher kühler wirken. Absolute Dunkelszenen sind
wiederum bläulich eingefärbt.

Oben ein Screenshot, unten die Messung. Die von Colorfacts dokumentierte Überhöhung von Rot bei den Graustufen 20-40% zeigt sich gut im Screenshot, leider ist der Blaustich unter 20% nicht so gut im Foto zu sehen (Zuspielung 576p, bei anderen Quellen sehr ähnlich, Kino-Modus beim Z2). Anmerkung: eine farbliche 1:1 Darstellung ist kaum zu erreichen, weil sowohl Digitalkamera (Oly E10) und PC-Monitor einen erneuten Weißabglich vornehmen, der das sichtbare Ergebnis verfälschen kann. In der Praxis kann das Bild bei Ihnen auf der Leinwand also anders (z.B. weniger braun) aussehen, aber in jedem Fall lässt sich erkennen, dass die Graustufen unterschiedlich eingefärbt sind.
Eigentlich kein Problem, denn im Menü finden sich drei RGB-Farbregler, die einen genaueren Abgleich per Hand ermöglichen. Nur leider nicht genug: mit lediglich drei Reglern lassen sich die einzelnen Farbkurven nur sehr begrenzt verschieben, aber eine Linearisierung der extrem krummen Rot-Kurve könnte man nur schaffen, wenn getrennte Farbregler für dunkle und helle Graustufen (Bias und Gain) im Menü zugänglich wären. So lassen sich mit den drei Reglern zwar beliebige andere Farbkompositionen einstellen, die subjektiv auch besser aussehen mögen, aber eben nie zur Perfektion streben. Möglicherweise ein Fall für Tüftler im Servicemenü, in dem unbedarfte Nutzer keinesfalls Einstellungen vornehmen sollten ein falscher Wert, und das Gerät ist reif für eine Reparatur. Alternativ wäre auch der trickreiche Einsatz vorgeschalteter Farbfilter denkbar.
Wie schlimm ist so ein Fehler im Weißabgleich überhaupt? Ganz klar, es ist eine Abweichung von der Norm und es wird geübten Betrachtern mehr oder weniger schnell auffallen. Allerdings, und das muss man klar ausdrücken, sind ähnliche Abweichungen bei vielen anderen Voreinstellungen von Fernsehgeräten und sonstigen Monitoren eher die Regel als eine Ausnahme. Vielleicht nicht so kräftig wie hier, meist auch nicht in der rötlichen Ausprägung sondern mehr in Richtung blau. Das entschuldigt keineswegs Sanyos Ausrutscher, will aber sagen, dass viele Zuschauer solche Abweichungen schlichtweg akzeptieren, vielleicht auch, weil sie noch nie gesehen haben, wie ein wirklich kalibriertes Bild aussehen kann. Wer also die anderen, nicht eben wenigen Vorteile des Z2 genießen will, muss mit der nicht perfekten Grauskala einen Kompromiss schließen, oder den Willen zum Tuning mitbringen. Wer das nicht kann, muss deutlich höher einsteigen (Sony HS20 wäre z.B. ein Kandidat), um ein in anderen Belangen auch nur gleichwertiges Gerät zu erwerben.
LCD-Artefakte & Bedienung
LCD-Projektoren sind keine Musterknaben in punkto
Homogenität. Auch der PLV-Z2 kann seine Natur nicht verleugnen,
aber beim Testgerät hielten sich Effekte wie Farbversatz von
links nach rechts (Shading) und die oft gesehenen
vertikalen Streifen erfreulich zurück. Eine kleine leichte
Grünabweichung auf der rechten Bildseite war bei hellen Bildern
zu sichten, aber insgesamt strahlte das Testgerät für seine
LCD-Technik eine erstaunlich gute Homogenität aus. Ich kann
allerdings nicht beurteilen, wie weit die Serienstreuung reicht
und ob alle Geräte dieses Niveau erreichen. Der bei LCD
gefürchtete Fliegengittereffekt tritt dank der hochauflösenden
Panels im PLV-Z2 weitgehend in den Hintergrund und ist deutlich
weniger zu beobachten als bei niedrig auflösenden
LCD-Projektoren. Sanyo legt dem PLV-Z2 immerhin eine
teilbeleuchtete Fernbedienung bei, die ordentlich gegliedert ist,
viele Funktionstasten besitzt und gut in der Hand liegt. Weniger
überzeugend ist das tief geschachtelte Menü, ebenfalls fanden
sich ein paar Unstimmigkeiten in den Formaten Zoom
und Caption, mit dem Letterboxfilme auf Panelbreite
gezoomt werden. Sie dehnen um 15 bzw. 20% zu stark vertikal, so
dass sich statt 1,33:1 eher 1,55:1 ergeben. Bestnoten erhielt der
PLV-Z2 dagegen für seine Geräuscharmut: im Lampensparmodus
attackierte der Z2 mit lediglich 32,5dB(A) - kaum mehr als ein
leises Säuseln -die Messgrenze meines Schallpegelmessers.

Wählt man beim Z2 die Kinoeinstellung aus, aktiviert er automatisch die Farbtemperatur Low1, was wiederum eine Voreinstellung der Farbregler auf von Rot +3 und Blau 3 bewirkt.
Anschlüsse:
Wie auch bei vielen anderen HDTV-Projektoren,
sollte man einfache Signale aus vergangenen
Videotagen möglichst meiden, ja selbst mit S-Video ist der Z2
definitiv noch nicht in seinem Element. Schon das Gittertestbild
offenbarte eine an deutlichen Saumkanten sichtbare
Überschärfung, die mit Rücknahme des Schärfereglers auf
Minimalanschlag (-7) nicht zu beheben war (siehe Bild unten). Als
Ergebnis zeigt sich ein unruhiges, griesliges Bild, das dem Z2
definitiv nicht würdig ist. Daher kann man nur empfehlen,
unbedingt auf höherwertige Schnittstellen überzuwechseln, mit
denen der Z2 gut ausgestattet ist. Komponenten kann man sowohl
über drei Cinchbuchsen als auch über einen (nicht beiliegenden)
Adapter in den Analogteil der DVI-I Buchse einspeisen, sogar die
Adaption von Scart soll hier möglich sein allerdings nur
mit einem ebenfalls nicht beliegenden Adapter.

Das Ergebnis fällt bei Komponentenzuspielung um Klassen feiner aus als bei S-Video, Farben und Klarheit auf höherem Niveau, wobei der Z2 seinen Schärferegler deutlich besser im Zaum hält. Lässt man den Regler kurz unter der Mittelstellung sind keine Saumkanten zu befürchten. Leider zeigt sich auch schnell, dass der De-Interlacer im PLV-Z2 nicht vollständig überzeugen kann. Immerhin hat Sanyo nicht zu simpelster Interpolation gegriffen, sondern einen Schaltkreis spendiert, der immerhin adaptiv arbeitet, was bedeutet, dass bewegte Bildteile anders ins Vollbild übersetzt werden als statische Bildanteile, deren Halbbilder verwebt werden, womit sich die volle vertikale Auflösung ergibt. Bei bewegten Bildanteilen würde eine simple Verwebung schnell zu Kammeffekten führen, hier entscheidet der im Menü des Z1 eingestellte Modus über die Art der Vollbilderzeugung: bei L1 benutzt der De-Interlacer hauptsächlich umliegende Bildpunkte zur Interpolation der fehlenden Zeilen, bei L2 fließen auch Informationen aus vorherigen Bildern ein. Nach der Theorie ist L1 die richtige Wahl für Bildinhalt mit schnellen Bewegungen, während L2 bei langsamen Bewegungen besser arbeitet. In der Praxis zeigt L1 mehr Zeilenflimmern, das sich bei L2 vermindert, aber nie ganz verschwindet. Einen Filmmodus, der jegliches Zeilenflimmern zumindest bei Filmabtastungen vermeiden würde, hat der Z2 leider nur bei NTSC. Das entsprechende Auswahlfeld ist deaktiviert, solange PAL zugespielt wird. Sehr schade, denn so kämen auch einfachere Quellen wie Sat-Receiver in den Genuss des überlegenen Filmmodes. So bleibt nur die Abhilfe über einen externen Videoprozessor oder, die preiswertere Variante, über einen DVD-Player mit progressivem Ausgang.

Feine Auflösung bei progressiver Zuspielung zeigt sich im Kombinationstestbild. Leider auch der Overscan und Bildverschiebung nach unten.
Progressive Signale verarbeitet der Z2 an seinem Komponenteneingang problemlos, allerdings nicht ohne das schon berüchtigtem Sanyo-Blau: bei extremen Hell-Dunkelwechseln verlor das Testgerät kurzzeitig den Sync und schaltete für Sekundenbruchteile auf ein Blaubild. Ein ähnliches Verhalten gab es schon beim früheren PLV-30, bei dem Sanyo per Update rasch für Abhilfe sorgte das darf man auch hier erwarten. Übrigens tritt es in realen Filmen praktisch nie auf, aber mit Testbildern ließ es sich provozieren. Vermutlich hat auch der Zuspieler einen Einfluss, aber es war bei beiden unseren preiswerteren ProScan Playern wie Amisos und Nintaus zu bemerken. Deutlichen Aufwind gab es bei der Auflösung: nun war Farbe und Helligkeit voll da. Leider ist der relativ große Overscan mit einem leicht nach unten verschobenem Bild (siehe Abb.) weniger toll. Die Schärferegelung kann kurz unter der Mittelstellung bleiben.
DVI
Ein besonderer Quell der Freude ist die DVI-Buchse, die
dem Z2 direkten digitalen Zugang zu den besten zurzeit
vorhandenen Quellen schafft. Wieder ein Beweis, dass Sanyo mit
dem Z2 der Zeit voraus ist: einigen anderen, weit teureren
Geräten fehlt diese wichtige Verbindung. Bei DVI kennt der Z2
zwei Modi: RGB(PC-Digital) und RGB(AV HDCP). Letztere ist
besonders wichtig, weil DVD-Player mit DVI-Anschluss nur per HDCP
verschlüsselte Daten herausgeben dürfen, die wiederum nur
Projektoren mit HDCP-fähiger Schnittstelle entschlüsseln
können. Leider herrscht in diesem fast noch jungfräulichem
Markt noch reichlich Verwirrung: so bereitete ein angeschlossener
Samsung HD935 keine Probleme (außer seiner seltsamen
Skalierung), während uns bei anderen Zuspielern (Denon A11 und
Marantz 8400) von Problemen berichtet wurde. Ob dies nun an den
Zuspielern oder am Projektor liegt, lässt sich derzeit kaum
klären.
Schaltet man jedenfalls auf PC-Digital um, zeigt sich das bunte HDCP-Schneegestöber, der Z2 schaltet die Entschlüsselung des Kopierschutzes in diesem Modus ab. PC-Freunde werden die DVI-Schnittstelle noch nicht vollständig ins Herz schließen, denn native Zuspielung über DVI von 1280x720 quittierte der Z2 bei 50Hz noch mit kräftigen Bewegungsstörungen, die verschwanden, als ich den zum Test verwendeten Dune-F auf SVGA oder 576p zurückschaltete. Mit 60Hz dagegen läuft die native Zuspielung gut. Bei DVI verschwindet übrigens der Overscan der analogen Eingänge völlig, der Schärferegler sollte übrigens auch bei DVI dem linken Anschlag näher gebracht werden. Die Auflösung ist via DVI ein echter Traum, wobei der richtige Zuspieler eine wichtige Rolle spielt. Natürlich sollte der in der richtigen preislichen Kategorie liegen, unser Testaufbau mit Dune-F dient da eher der Prüfung der Schnittstelle denn als reale Zuspielvariante. Jedoch sollte man derzeitige preisgünstige Angebote (wie Samsung DVD-HD935) kritisch prüfen, aber das Angebot an Playern mit DVI-Ausgang dürfte schnell wachsen.
Fazit
Sanyos PLV-Z2 läutet das HDTV-Zeitalter auch bei
preiswerten Projektoren ein, zu einer Preisempfehlung, für die
es bisher nur niedrige Auflösung gab. Natürlich war es klar,
dass man zu diesem Preis keinen in allen Aspekten perfekten
Projektor erwarten darf, was die Kritikpunkte wie Neutralität in
den Graustufen und zu einfacher De-Interlacer zeigen. Jedoch
wirft der PLV-Z2 einige außergewöhnliche Fähigkeiten wie
extremen Lens-Shift und Lampenmodulation in die Waagschale, die
ihn zu einem einzigartigen Heimkinoprojektor werden lassen, dem
man nur schwer widerstehen kann.
Hier punktet der Z2:
- Hohe Auflösung 1280x720
- extrem weiter, zweidimensionaler Lens-Shift
Kontrasterhöhung durch Lampenmodulation
- sehr leise im Lampensparmodus
- YPrPb Eingang und DVI-Eingang (HDCP-fähig)
- Lichtanpassung + leichte Kontrasterhöhung durch Iris
- Tasten auf der FB teils beleuchtet
Hier überzeugte der Z2 weniger:
- Farbabgleich vom Werk daneben
- nur begrenzte Justage des Farbabgleichs
- Verliert bei YPrPb (576p) bei Hell/Dunkelübergängen manchmal
den Sync
- Verarbeitung von S-Video überzeugt nicht
- De-Interlacer nicht perfekt, Filmmode nur bei NTSC
- native Zuspielung bei 50Hz ruckelt über DVI
- In den Zoom und Caption Modi stimmt das Bildseitenverhältnis
nicht (zu breit).
- Kontrastangabe von Sanyo ist irreführend
Lichtbilanz: Blende und Lampenautomatik
Der Z2 besitzt mannigfaltige Optionen zur Beeinflussung von Licht und Kontrast. Selbstredend verfügt er über eine Lampensparschaltung, hier sogar mit einer trickreichen dritten Automatik-Stufe, dazu später noch mehr. Weiterhin wird das Licht maßgeblich von einer im Objektiv angebrachten, manuell an einem seitlichen Hebel justierbaren Irisblende beeinflusst. Im Normalfall messe ich erst die Maximalwerte des Projektor und später nochmals mit der besten Optimierung. Die Farbmessung stellte aber klar, dass eine farboptimierte Einstellung mit Bordmitteln (ohne Filtertuning oder Eingriff ins Servicemenü) nicht zu finden ist. Die gemessenen Lichtwerte beziehen sich allesamt auf eine Einstellung, die eine Übersteuerung bei Weiß gerade noch eben vermeidet: Kontrast +10, Helligkeit +2, Farbeinstellung Low1 Lampe in voller Leistung und Iris offen. Der Bildharmonie ist es zuträglich, dass man den Kontrast noch etwas unterhalb der Maximalwerte lässt, die Werkseinstellung bei 0 ist ein guter Kompromiss, wenn auch nicht etwas, was ich als optimierte Einstellung bezeichnen möchte. In diesem Fall stellen sich im Vergleich zu den unten zitierten Maximalwerten rund 10% niedrigeren Werten für Kontrast und Licht ein.
Die maximal erreichbare Lichtausbeute lag beim Testgerät bei 703 Lumen, der Schwarzwert bei reichlichen 1,42 Lumen, was zu einem On/Off Kontrast von lediglich 495:1 führt. Fährt man die Lampe auf Sparflamme, vermindern sich beide Lichtströme um rund 25%, der Kontrast ist davon nicht betroffen.
Das ändert sich, wenn man die Irisblende ins Spiel bringt. Ähnlich wie High-End DLP-Projektoren enthält die Optik des Z2 eine variable Blende, die man mittels eines kleinen Hebels am Objektiv betätigt. Schiebt man den Hebel nach oben, schließt sich die Blende und der Lichtstrom bei Weiß verringert sich um weitere 40%. Auch das Schwarz verbessert sich, ja sogar etwas stärker als das Weiß, womit der Kontrast auf rund 550:1 steigt. So eingestellt, bringt der Z2 sein sattestes Schwarz mit 0,58 Lumen auf die Leinwand, der Weißpegel liegt dann nur noch bei 318 Lumen (jeweils bei niedriger Lampenleistung). Bleibt festzuhalten: auch bei LCD bringt eine Iris einen Gewinn im Kontrast, der aber deutlich geringer als bei DLP ausfällt. Deren Katzenaugen erhöhen den Kontrast um starke 50%, während man den herben Lichtverlust bei LCD mit nur 10% mehr Kontrast versüßt bekommt.
Die 550:1 sind zwar für LCD akzeptabel, aber irgendwie habe ich mir beim Z2 mehr versprochen. Da ist auch noch mehr, den die Entwickler bei Sanyo haben noch eine kleines Sahnestück eingebaut, das auch wirklich gut funktioniert: den Lampenmodus A. Die Elektronik im Z2 beobachtet die mittlere Bildhelligkeit und steuert danach die Lampenleistung. Ist hauptsächlich helles Bildmaterial zu sehen, erhöht der Z2 die Leistung der Lampe auf volle Kraft (sogar marginal heller als im vollen Lampenmodus), läuft gerade eine Nachtszene, nimmt er die Lampenleistung um rund 30 Watt in Richtung Eco-Modus zurück. Dazwischen agiert er quasi stufenlos, was am Leistungsmessgerät gut nachvollziehbar ist. Die Regelgeschwindigkeit der Nachsteuerung ist offensichtlich gut getroffen, mir fielen keine Pump-Effekte auf, die bei zu nervöser Regelung auftreten könnten.
Der Trick bringt eine ganze Menge: während bei Schwarz nach wie vor 0,58 Lumen anstehen, erhöht sich der Lichtstrom bei Weiß auf 421 Lumen, womit der Kontrast auf 725:1 hochspringt (639:1 in der Tabelle bei reduzierter Einstellung). Einen Wermutstropfen gibt es allerdings dabei: die überzeugende Geräuscharmut seines Lampensparmodus erreicht man hier nicht, je nach Bildinhalt wechselt die Lüfterdrehzahl und damit das Geräusch, das zwischen 35 (gerade noch akzeptabel) bis 39 (laut) db(A) pendelt. Glücklicherweise passiert das relativ langsam, so dass die Geräuschänderung subjektiv nicht so stark wahrnehmbar ist. In diesem Modus machen dunkle Filme plötzlich Spaß! Mein bevorzugter Modus ist nach diesen Messergebnissen eine geschlossene Iris mit Lampenmodus A. Wer absolute Stille liebt, sollte die wirklich leise niedrige Lampenstufe nehmen und muss eben Abstriche im Kontrast erdulden.
Aber mit maximalen 725:1sind wir immer noch meilenweit von den 1300:1 entfernt, die Sanyo im Prospekt angibt. Bis uns ein Verdacht beschlich: setzt man nämlich den besten Schwarzwert (0,58) bei geschlossener Iris ins Verhältnis zum besten Weiß (703 Lumen) bei geöffneter Iris, ergeben sich 1214:1. Verdammt nah dran an der Werksangabe, finden Sie nicht? Also hier hört für uns der Spaß auf: man kann nicht Werte in ein Kontrastverhältnis übersetzen, zwischen denen eine manuelle Umschaltung nötig ist. So wird den Käufern ein Kontrast suggeriert, der im realen Betrieb einfach so nicht vorhanden ist. Ich finde: Sanyo sollte diese dem Kunden gegenüber wenig faire Politik dringend korrigieren.
Peter Finzel
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