Testdisc im Eigenbau
Es ist ja allgemein bekannt, dass DVD-Player auch zum Abspielen für Audio-CDs taugen und manche sogar selbstgemachte MP3-Discs wiedergeben können. Eine weitere, äußerst nützliche Fähigkeit hat sich dagegen noch kaum herumgesprochen: man kann prima selbstgemachte Dia-Shows am DVD-Player abspielen! Stellen Sie sich vor: Ihre Urlaubsbilder aus der Digitalkamera auf einer Disc, die Sie ohne PC direkt auf Ihrem Fernseher oder (noch besser) am Projektor des Heimkinos Ihren Bekannten präsentieren können. Kein übler Gedanke, oder? Es geht sogar noch weiter: Weil die Auflösung der Standbilder mit 704x576 Bildpunkten voll und ganz der Auflösung der DVD entspricht (der Rest auf die allseits zitierten 720 Pixel ist nur Overscan!), kann man auch bestens seine eigene Test-Disc herstellen und so eine Menge Geld sparen.
Nur leider erfordert es eine Portion Sachkenntnis und noch viel mehr Zeit, um entsprechende Testbilder selbst anzufertigen.Was braucht man für eine selbstgestrickte Testdisc? Erstens einen PC mit einem handelsüblichen CD-Brenner, passende Software dazu (empfehlenswert: WinOnCD ab Version 3.8, Nero 5.0/5.5 notfalls auch), ein paar Rohlinge und einen DVD-Player, der erstens CD-Rs lesen kann und zweitens den Video-CD Standard 2.0 erkennt - das sind praktisch alle neueren und viele der älteren. Leider funktionieren nicht alle Player gleich gut, so dass man in manchen Fällen nur durch Probieren herausfinden kann, ob es wirklich geht. Tipp: manchmal funktionieren auch nur CD-R/Ws. Die sind etwas teurer, aber dafür wieder löschbar.
Die eigentliche Erstellung der Test-Disc ist denkbar einfach: wählen Sie bei WinOnCD einfach "Dia-Show" im ersten Menü aus und ziehen Sie die gewünschten Bilder in den Datenbereich. Ein Auswahl an Testbildern können Sie sich weiter unten einfachst herunterladen. Wichtig: die Option "Bilder zentrieren" muss unbedingt angewählt sein, damit die Bilder nicht skaliert werden. Das wäre bei den ausgefeilten Testbildern natürlich fatal! Gehen Sie dann auf "Brennen" und Sie erreichen im Endeffekt eine Qualität, die nahe an käufliche Testdiscs herankommt, ja sogar manch einfach gestrickte übertrifft. Zusätzlich haben Sie den Vorteil, dass Sie die Ausgangsbilder kennen, weil Sie diese auf Ihren PC betrachten können. Damit lässt sich leichter ausmachen, wo Artefakte ins Spiel kommen. Beachten Sie: Video-CDs können nicht zwischen 4:3 und 16:9 unterscheiden. Für anamorph angelegte Testbilder müssen Sie am Projektor/Monitor manuell zum passenden Bildformat umschalten
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann auch eigene Testbilder malen (nicht einfach!) oder die Bilder aus der Digitalkamera auf Disc bannen um eigene Diashows zu realisieren. Besonders letzteres erledigt die Brennersoftware recht einfach. Die Bilder werden automatisch skaliert und wer sich etwas Mühe gibt, kann auch verschiedene Alben, Menüs mit Vorschaubildern, oder gar automatisch ablaufende Shows mit Ton anfertigen.
So kommen Sie zu den Testbildern:
Speichern Sie Datei
tbilder.zip (245KB)
mit Ihrem Browser ab. Nach dem Expandieren haben Sie alle Bilder im unkomprimierten bmp-Format vorliegen. Wer sich nicht mit der Brennerei abgeben will (oder wessen Player keine CD-Rs unterstützt), kann diese und noch viel mehr Testsequenzen auf der PF Test-Disc S.E. für relativ kleines Geld (19,80) erwerben. Es handelt sich dabei um eine professionell hergestellte DVD (keine selbstgebrannte DVD-R oder gar Video-CD), zudem ist eine ausführliche 79-seitige Anleitung und ein Blaufilter zum Abgleich der Farbsättigung dabei.
Wichtig für den Umgang mit
Video-CDs:
Eine Video-CD wird anders bedient als bei
DVDs üblich. Zum Manövrieren brauchen brauchen Sie die
Ziffern-, die "Return"- sowie die Skip-Tasten, alle
anderen haben dann keine Funktion. Wenn die Disc ein Menü
päsentiert (wird vonWinOnCD automatisch generiert), steigen Sie
bitte immer mit den Zifferntasten ein um das erste Bild (oder ein
weiteres Menü) zu selektieren. Erst sobald das Testbild am
Schirm sichtbar ist, kann man die Skip-Tasten zum Springen
zwischen den Bildern verwenden. Zurück zum übergeordneten Menü
geht es mit "Return". Achten Sie darauf, die
"PBC" (Playback Control") nie abzuschalten, sonst
kann der Player mit Video-CDs nichts anfangen. Falls der Player
"No Disc" oder ähnliches meldet, sind Sie vom Glück
verlassen. Dann ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Ihr Player
keine CDRs lesen kann. Letzte Rettung könnte sein, eine andere
Sorte Rohlinge zu verwenden, oder CD-RWs zu versuchen. Aber bei
manchem Gerät hilft auch das nicht. Dann muss es eben doch eine
der teuren Test-DVDs sein. Zu empfehlen sind die neuesete Version
(erkennbar an den zwei Discs) der Discovery von Burosch
oder - nach wie vor - der Klassiker Video Essentials.
Letzterer ist zwar "nur" in NTSC, wird aber von vielen
Testlabors verwendet.