FAQ zum Sony VPL-VW10HT
Dieses FAQ habe ich geschrieben, um Ihnen meine ersten Eindrücke dieses lang und heiß erwarteten Gerätes zu schildern. Natürlich kann es sich schwerlich um wirkliche "Frequently Asked Questions" handeln", da es erste Serienmuster des Projektors zum Zeitpunkt dieses Textes gerade mal ein paar Tage gab. Ich habe die Fragen teils so ausgewählt, wie ich sie in vielen eMails von Ihnen (zu anderen Geräten) bekommen habe, beziehungsweise um die eine oder andere wichtige Eigenschaft dieses Gerätes näher zu erläutern.

Der Zähler stand zu Anfang des Test auf 4 Betriebsstunden, vor Beginn jeder Messung lief der Projektor mit der Seriennummer 10056 mindestens eine halbe Stunde warm. Angeschlossen war der Projektor an einen Pioneer 606 DVD-Player mit der "Referenz DVD", der "Video Essentials", "AVIA" und vielen Code 1 und Code 2-DVDs über FBAS-, S-Video-, RGB- und YUV-Verbindung. Ferner standen ein PAL-Testgenerator, ein Minolta Präzisionsluxmeter, ein Minolta Color-Analyzer, diverse Video-Scaler und ein PC zur Verfügung. Projeziert wurde auf eine Rahmenleinwand von Stewart mit StudioTek 130 Tuch.
Dieses FAQ stellt nun den endgültigen Stand der Messungen und Beobachtungen dar und kann derzeit leider nicht mehr weiter ergänzt werden, da mir das Gerät nicht mehr zur Verfügung steht (das ist das Unangenehme an Testgeräten: über kurz oder lang sind sie wieder weg...). Ich werde jedoch weitere Beobachtungen von Lesern gerne aufnehmen und eventuelle aktuelle Änderungen hinzufügen.
Peter Finzel
Welchen Eindruck hinterläßt das Gehäuse?
Wie immer bei Sony: einen sehr guten, jedenfalls was die
Verarbeitung betrifft. Das Bedienfeld erinnert an die rein
professionellen Geräte und ist per Tastendruck beleuchtbar. Der
Netzanschluss an der Rückseite des Gerätes ist elegant versenkt
angebracht. Die Frontpartie sieht dank des "Auspuff-Loches"
(ich nenne es mal so) etwas gewöhnungsbedürftig aus, was
keinesfalls negativ aufzufassen ist. Der ganze Projektor ist
relativ groß, und benötigt die Grundfläche einer mittelgroßen
Pizzaschachtel. Im Vergleich zu sonstigen, derzeitig erhältlichen
Datenprojektoren besitzt er etwa doppelte Größe und Gewicht.
Die Gründe dafür sind in der Verwendung großer Panels (siehe
Stichwort "Panels") und einer geräuschgedämpften Lüftung
(siehe "wie leise...") zu suchen.
Wie gut stimmen die Grundeinstellungen?
Im Falle von PAL-Material mit einem Schwarz-Offset von 0 IRE
(beim Pioneer Player als "Cinema"-Modus bezeichnet)
stimmen sie am PLUGE-Testbild sehr gut. Helligkeit und Kontrast können
auf 50 respektive 80, also der Werkseinstellung, stehen bleiben -
das sieht man nicht allzuoft. Die Schärfe habe ich von der
Grundeinstellung von 50 auf 35 zurückgenommen, weil
Doppelkonturen zu entdecken waren. Schaltet man auf 7,5 IRE
Schwarzoffset, mußte die Helligkeit auf 35 korrigiert werden, um
wieder optimale Verhältnisse (dunkelster Schwarzbalken bei
Referenz DVD gerade noch erkennbar) zu schaffen. Die restlichen
Angaben beziehen sich auf die 0-IRE Einstellung.
Ist die Pixelstruktur sichtbar?
Sony hat zwar diesmal (im Unterschied zum Vorgänger W400)
auf eine streng rechtwinklige Anordnung der Pixels zurückgegriffen
(Stripe), während beim W400 jede zweite Zeile versetzt war (Delta).
Durch die feinere Unterteilung bleiben Artefakte aber völlig
unsichtbar. Nach meiner Erkenntnis sind die Bildpunkte des Panels
kaum mehr sichtbar, wenn man weiter als die zweifache Bildschirmhöhe
(2H) von der Leinwand entfernt ist. Aufgrund der mangelnden Auflösung
von PAL und NTSC sollte man auf alle Fälle weiter entfernt
sitzen. 3 bis 4H halte ich für das Minimum.
Wieviel Licht kommt tatsächlich heraus?
ANSI-Lumen sind ein kompliziert zu messender Wert, weil die
Norm vorschreibt, dass viele Geräte gemessen werden müssen, um
einen sicheren Mittelwert zu bilden. Mir stand natürlich nur
eine Gerät zur Verfügung, daher kann ich nur dessen "mittlere
Lumen" nachprüfen, gemessen jedoch nach der ANSI-Methode
mit 9 Testfeldern. Was der VW10 dabei offenbarte, war im ersten
Moment verwirrend, aber dann doch aufschlußreich. Bei den im
letzten Punkt gefundenen optimierten Einstellungen für Video
plus aktivierten "Kino-Schwarz" Modus und
Farbtemperatur "Nieder" (wie Sie bei Stichwort
Farbtemperatur noch sehen werden, eine relativ gute Einstellung für
Video) konnte ich 396 Lumen messen. Hört sich im ersten Moment
wenig im Vergleich mit der Werksangabe von 1000 ANSI-Lumen an,
heißt aber noch lange nicht, dass der Projektor diesen Wert
nicht erreicht. Bei dieser Einstellung trifft der Projektor
jedoch die richtige Farbtemperatur (siehe Stichwort "Farbtemperatur")
sehr exakt, außerdem verringert der"Kino-Schwarz Modus"
die Leistung der Lampe (siehe Stichwort "Leistung"),
wodurch die Lichtleistung um rund 35% zurückgeht. Die gleich
Messung mit "Kino-Schwarz" auf "Aus" förderte
590 Lumen zutage..
Schafft der VPL-VW10HT die 1000 ANSI-Lumen
der Prospektangabe?
Kaum zu glauben: Der Sony kann tatsächlich einen Lichtstrom
der "Kilolumen"-Klasse durch sein Objektiv pusten.
Allerdings muß man dazu von Kino-Schwarz Einstellung und
akkurater Farbtemperatureinstellung Abschied nehmen. Ich konnte
einen maximalen Lichtstrom von 1250 Lumen im 16:9 Modus
nachweisen. Dabei waren alle Einstellungen auf Anschlag. Eine
Messung unter ANSI-ähnlichen Bedingungen ergab eher realistisch
einzuschätzende 840 Lumen. Aber bedenken Sie: bei dieser Messung
sind die Bildparameter in Richtung Computerwiedergabe optimiert,
also hoher Kontrast (alleine die Abstufung der Grautöne muß gewährleistet
sein), "Kino-Schwarz" aus, Farbtemperatur ohne Belang.
Bei gepflegter Videoeinstellung dagegen bleibt es bei 400 Lumen
bei "Kino-Schwarz" und 600 Lumen bei Lampe auf
Volldampf.
Wie steht es mit der Farbtemperatur?
Kurzfassung: so gut wie bei LCD nie zuvor. Langfassung: Der
VW10 trifft die gewünschte "Farbe von Weiß", die ja
bei Videobildern bei 6500Kelvin liegt, besser als alle seine
bisherigen LCD- (und DLP-) Kollegen. Die Einstellung "Nieder"
erwies sich am Color-Analyzer am besten. Bei 100IRE konnte ich
einen Farbort von x=0,314 und y=3,42 messen (was etwa 5500K
entspricht, 6500K liegt bei 0,313 und y=0,329). Der etwas zu hohe
y-Wert deutet auf einen Tick zuviel grün hin, aber es ist
wirklich verdammt nahe dran. Es kommt noch besser: der Farbort
bleibt zu dunkleren Graustufen praktisch konstant. Hört sich
wahnsinnig theoretisch an, aber hat handfesten Praxisbezug: damit
passiert es nicht, dass helle Szenen einen andere Einfärbung als
dunkle haben. Beobachten Sie Ihr bisheriges Display auf diesen
Fehler, viele zeigen so ein Verhalten. Der VW10 jedenfalls nur in
sehr geringem Ausmaß. Wenn nur alle Beamer so wären. Allerdings
hat die Farbtreue ihren Preis: bewegt man den Kontrast über die
80er Marke (70 ist tatsächlich noch etwas besser), läuft die
Farbtreue aus dem Ruder. Die Lampe liefert nicht genug Rotanteil,
so dass Blau und Grün das Bild beherrschen. Das gilt gleichermaßen
für "Kino-Schwarz" ein oder aus.
Wie steht es mit Kontrast und Ausleuchtung?
Die Ausleuchtung ist mit 96% geradezu grandios und das
noch im schwierig auszuleuchtenden breiten 16:9-Format. Nur wenig
andere Projektoren können gleichziehen. Nicht ganz so überragend
sieht es beim Kontrast aus schon immer etwas das
Sorgenkind der LCD-Technik. Es gibt grundsätzlich zwei Meßmethoden:
die On/Off und ANSI. Letztere wird in einem Testbild mit
abwechselnd hellen und dunklen Rechtecken gemessen und berücksichtigt
nicht nur die Fähigkeit der Panels, sondern auch Lichtstreuungen
am Objektiv. Dabei erreicht der VW10 rund 87:1, einen
durchschnittlichen Wert für ein LCD-Gerät. On/Off ist weniger
genau definiert: hier wird einfach der maximale Lichtstrom bei
einem Weißbild zum minimalen Wert bei einem Schwarzbild ins Verhältnis
gesetzt. Dabei ergeben sich zwangsläufig höhere Werte, beim VW10
rund 98:1.
Ist der Schwarzpegel mit einem Röhrenprojektor
vergleichbar?
Nein, das darf man trotz der sonst guten Werte nicht erwarten.
Bei der optimierten Videoeinstellung, konnte ich rund 5,8 Lumen
Restlicht bei Schwarz messen. Trotz aktiviertem "Kino-Schwarz"
ist das ein erstaunlich hoher Wert! Im Vergleich: ein Toshiba MT-1
läßt nur 3,3 Lumen passieren, andere schaffen sogar noch
weniger. Für einen Sony ist es aber typisch: auch der VPL-S900
hatte mit 5,6 Lumen einen ähnlich hohen Restlichtpegel. Das
wirkt sich definitiv in der Praxis aus: gut ausgeleuchtete, helle
Szenen bringt der VW10 extrem gut. Wenn es allerdings Nacht im
Film wird, gleitet der VW10 leicht ins schwammige ab. Nicht, das
mans nicht anschauen könnte, aber wer Röhren gewöhnt ist,
den wird es stören. Trotz des hohen Restlichtes ist die
Zeichnung in dunklen Bereichen noch gut, was zumindest wieder
etwas versöhnt.
Ist der VPL-VW10HT tatsächlich so leise wie
er angekündigt wurde?
Wer ihn das erste mal einschaltet, kriegt einen Schock: der Lüfter
fährt hoch wie ein Föhn. Allerdings nur ganz kurz, dann senkt
sich die Drehzahl wieder auf wirklich erträgliches Niveau. Ich
bin mir nicht ganz sicher, ob der CPU-Lüfter meines Notebooks,
auf dem ich dieses FAQ tippe, oder der des VW10 lauter sind.
Dabei ist ziemlich entscheidend, ob der "Kino-Schwarz"
Modus eingeschaltet ist: ohne schaltet das Gebläse eine Stufe höher.
"Kino-Schwarz" ist also gleichzeitig "Kino-Leise",
konkret ergaben sich folgende Werte: 37dBA im Kinomodus und 39dBA
ohne. Sein nähester Konkurrent ist der Toshiba MT-1 mit
ebenfalls 39dBA (alle Werte Vergleichsmesungen, die ich in meinem
Heimkino ausgeführt habe. Gleicher Platz, gleicher Raum,
gleiches Meßgerät). Die 37dBA sind derzeit das beste Ergebnis
unter allen LCD- und DLP-Projektoren. Lediglich eine Röhre, der
BarcoVision 708MM kann mit 37,5dB mithalten. Applaus für Sony!
Eingänge des VW10
Die Eingangsvielfalt dieses Projektor kann selbst abgebrühte
Profis begeistern: Video und S-Video sind Allgemeingut, aber zwei
weitere mit jeweils 5 Cinchbuchsen ausgestattet Ports sind der
Stoff, aus dem High-End Videoträume gewebt werden. Die beiden
mit schlicht "A" und "B" bezeichneten Eingänge
lassen sich als RGB oder YPrPb konfigurieren und schlucken förmlich
alles. Wirklich alles: Ob es nun der Komponentenausgang eines DVD-Players,
einer HDTV Settop-Box oder den RGB-Port eines PCs ist: Egal. Ist
der passende Adapter zur Hand, kriegt man alles zum Laufen. Sogar
RGB aus einer SCART-Buchse geht sofort und bringt erwartungsgemäß
mehr Farbauflösung. Heiliger Strohsack, da haben die Techniker
bei Sony aber wirklich an alles gedacht. Wird ja langsam fast
eintönig für den Tester, wenn man nicht ein einziges Haar in
der Suppe finden kann. Um unterschiedliche Einstellungen bei
verschiedenen Quellen zu verwalten bietet der VW10 sechs "Videospeicher"
an, die Grundeinstellungen wie Kontrast und Helligkeit, aber auch
Bildformat und Farbtemperatur speichern. Per Druck auf eine
Zifferntaste der handlichen Fernbedienung kann jeder Speicher
sofort aktiviert werden. Neuer als die Bedienungsanleitung sind
vier "Benutzer"-Farbtemperaturen, die merkwürdigerweise
nur vom Händler per Servicemode justiert werden können.
Bringt die Benutzung der YPrPb Eingänge
Vorteile gegen über S-Video?
Ja! Die dabei entstehenden Bildverbesserungen sind zwar
subtil und werden Ihnen nicht gleich in den ersten fünf Minuten
auffallen, aber der VW10 setzt die höhere Farbauflösung des
Komponentensignales in ein merklich besseres Bild um. Das ist
subjektiv zu sehen, mit Testbildern kann man es sogar beweisen.
Allerdings benötigt man dazu einen farbigen Multiburst, der auf
den gängigen Test-DVDs leider nicht zu finden ist. Auf der
Sonopress-Demo DVD (nicht im Handel erhältlich) ist einer und
dabei stellt sich klar heraus: Farbdetails werden mit Komponenten
klarer dargestellt, bei YPrPb verwischen feine Farbdetails.
Achtung: der Vorteil betrifft nur die Farbdarstellung. "Schärfer"
im Sinne von Helligkeitsdetails wird das Bild nicht, weil das
Luminanzsignal bei YPrPb und S-Video identisch übermittelt
werden.
Wie schließe ich Komponenten an?
Sie brauchen: einen DVD-Player mit YPrPb Ausgang im Regelfall
drei farbige Cinchbuchsen), drei gleiche passend lange Koax-Videokabel
mit Cinchsteckern an beiden Enden. Nun verbinden Sie jeweils Y,
Pr und Pb von Player zu Projektor (Eingang A oder B, Sync/HD und
VD bleiben frei), schalten den DVD-Player im Setup auf
Komponentenausgabe (falls das nötig ist), stellen im "Einstellung"-Menü
des Projektors den gewählten Eingang auf "Componenten"
und wählen den Eingang an. Voila nun sehen Sie die ganze
Farbe. Tipp: obwohl Komponentenverbindungen eigentlich immer
problemlos funktionieren, ist die "Y"-Verbindung die
wichtigste, weil dort die Synchronimpulse übertragen werden.
Was bedeutet es, daß der VW10 auch "progressive
Bilder" im YPrPb-Format verarbeiten kann?
Im Normalfall transportieren YPrPb-Verbindungen Videosignale
mit Zeilensprung, so wie man das von Video- oder S-Videosignalen
kennt. Nur eben besser, weil die Signale nicht vermischt sind.
Damit ist YPrPb noch nicht ausgereizt, man kann auch Signale ohne
Zeilensprung damit übertragen. Die können von einen DVD-Player
mit "progressive"-Ausgang (wie dem Toshiba SD-5109),
von einem Videoscaler ("Linedoubler") oder von einem
HDTV-Dekoder stammen. Der VW10 erkennt die Formate 480p (NTSC
nach Linedoubler oder aus pro-scan DVD-Player), 575p (PAL nach
Linedoubler), aber auch 720p und 1080i (US-HDTV-Fomate). Letztere
lassen sich bei uns nur schwer testen, aber die 480p und 575p
Modi habe ich getestet, indem ich einen Faroudja DVP-2200
angeschlossen habe, der just diese Signale an seinem Ausgang
erzeugen kann. Ergebnis: alles funktionierte sofort. Das Bild
profitiert zwar vom Filmmode des Faroudja, aber die Kombination
ist durch den hohen Preis des DVP natürlich in der Praxis
unsinnig. Aber ein DVD-Player mit progressivem Komponenten
Ausgang solange dessen "De-Interlacing"-Schaltkreise
gut arbeiten, könnte durchaus einen Vorteil gegenüber dem
eingebauten Doubler (siehe Stichwort "Doubler") bringen.
<30.3.2000>: mir wurde bestätigt, dass der 10HT problemlos
mit einem progressive-Scan DVD-Player SD-5109 zusammenarbeitet.
Allerdings arbeitet dessen progressiver Komponentenausgang nur
bei 525/60 ("NTSC")-Discs.
Wie klappt der Anschluß eines DVD-Players
per RGB?
Erstaunlich gut! Sony hat es an nichts fehlen lassen. Die
"A" und "B"-Eingänge akzeptieren das
sogenannte "15k- RGB"-Signal sowohl mit 50 als auch 60Hz
Bildwechselfrequenz (anders ausgedrückt: PAL bzw. NTSC). Benötigt
wird: ein Adapter vom Scart-Anschluß des DVD-Players auf vier
Cinch Stecker. Drei davon tragen die RGB-Signale (15,11,7), die
Cinchstecker werden in die so beschrifteten Buchsen von Eingang A
oder B gelegt. Das vierte Kabel benötigt das FBAS-Signal des
Scart-Anschlusses von Pin 19, das auf die mit Sync/HD
beschriftete Buchse des VW10 gegeben wird. Dann den jeweiligen
Eingang im Menü auf "Computer" oder "DTV-GRB"
schalten (beide Einstellungen, letztere für HDTV gedacht)
funktionieren. Es gibt Optionen zur Einstellung der horizontalen
Größe, Bildlage (eine Justierung auf den DVD-Player empfiehlt
sich, der Projektor merkt sich die Einstellung automatisch), aber
auch sämtliche Bildformate können benutzt werden. Wenn der
Projektor bei der Einstellung des Eingangsmodus "bockt",
dann einen anderen beschalteten Eingang wählen, dort in aller
Ruhe die Einstellung für A oder B vornehmen und dann erst auf A
oder B zurückschalten. So klappt es sicher. Fazit: Der Sony
besitzt somit einen eingebauten Sync Stripper, er extrahiert die
Sync-Impulse selbsttätig aus dem FBAS-Gemisch. So und nicht
anders gehört es für einen Heimkinoprojektor, denn nun läßt
sich von jedem vernünftigen DVD-Player die höchste Signalqualität
zum VW10 transportieren. Vorteil von RGB: die ganze
Farbbandbreite geht durch. Nachteil: nach meinem Eindruck neigen
helle Szenen eine Idee mehr zum Flackern. Bei PAL-Testbildern
besonders gut sichtbar. Da der VW10 S-Videosignale sehr gut
verarbeitet, ist der Unterschied zu RGB bei "normalen"
nicht sehr groß, jedoch mit speziellen Testbildern nachweisbar (siehe
YPrPb). Feine Farbdetails und Farbkanten werden etwas besser
herausgearbeitet.
Anschluß eines PCs
Verrückterweise habe ich die Anschlußtauglichkeit mit Hilfe
von Videoequipment ausprobiert genauer gesagt einem DSC1024
Scan-Converter (auch von Sony). Der läßt ohne Mitwirkung von
Windows blitzschnell das Wechseln von Auflösungen, Frequenzen
und Syncsignalen zu ohne Booten oder Systemabsturz.
Jedenfalls: Wenn man den VW10 mit RGB-Signalen mit
Ablenkfrequenzen oberhalb des 15K-Bereiches versorgt, ändert
sich sein Verhalten schlagartig. Der verwendete Eingang muß auf
"Computer" eingestellt werden, wobei der Punkt "Bildformat"
postwendend aus dem Menü verschwindet. Vorläufig also aus mit
16:9. Kontrast, Helligkeit und Farbtemperatur bleiben einstellbar,
ein neuer Punkt namens "RGB-Verst." (engl: RGB-Enhancement")
kommt hinzu. Darunter versteht man bei Sony eine Art Schärfeanhebung
für RGB-Signale mit den unausweichlich daraus
erwachsenden Doppelkonturen. Im Menüpunkt "Eingangs-Einstellungen",
gibt es die Punktphase, die horizontale Größe und die Bildlage
(Arbeitsbereich von beiden Einstellungen auf den 4:3-Ausschnitt
begrenzt!). Mit dem Punkt Scan-Converter kann man kleinere Auflösungen
bis SVGA auf die maximale Auflösung des 4:3-Ausschnittes mit
1024x768 hochrechnen. Die Einstellung "Videospeicher"
arbeitet wie gehabt. Die Trapezeinstellung arbeitet in allen Auflösungen.
Alle Auflösungen bis hin zu 1280 mal 1024 (diese
herabkonvertiert) wurden sofort erkannt, sowohl mit Composite-Sync
(Verbindung mit 4-Kabel) und "Separate Sync" (5 Kabel).
Kann man die PC-Darstellung auf 16:9
hochzoomen?
Nur in Ausnahmefällen, sonst ist man auf 4:3 festgenagelt.
Das ist besonders ärgerlich, wenn man den PC als progressive-Scan
DVD-Zuspieler nutzen möchte. Bei Spielen ist sowieso eher 4:3
angesagt, weil da diese Art von Software derzeit noch auf 4:3
fixiert ist. Um beim Betrieb eines PCs als DVD-Abspieler die
volle Breite zu nutzen habe ich einen Trick versucht: Mit der
Einstellung "DTV-GBR" statt Computer kann es klappen,
aber nur dann, wenn man genau die Auflösung eines definierten
DTV-Modus trifft, also 480/60p, 575/50p, 720p, 1080i. Wer eine
flexible Graphikkarte hat (Matrox G400 vielleicht, Elsa Erazor
III, vielleicht andere) kann bestimmt diese Modi simulieren und
so einen passenden Desktop für Windows schaffen. Mit dem Scaler
konnte ich 480p und 575p simulieren, bei "DTV-GBR" ist
die Formatwahl aktiv. Dann "Voll" auswählen und voila
das Panel ist gefüllt.
Wie arbeitet die Trapezkorrektur?
Sehr brauchbar! Ein Problem von vielen LCD Projektoren ist ja,
dass sie auf fest vom Hersteller vorgegebener Höhe (meist
Leinwandkante) aufgestellt werden müssen. Eine höhere oder
niedrigere Aufstellung führt zu Verzeichnungen in Trapezform. Lösungen
für dieses Problem können optisch erfolgen ("Lens-Shift")
oder per elektronischer Vorentzerrung. Nach dieser Methode
arbeitet der VW10. Ein Problem mit dieser Art von Korrektur tritt
gewöhnlich auf, wenn die Pixelzahl gerade ausreicht, um die Auflösung
des Signals wiederzugeben. Wird dann die Trapezkorrektur
aktiviert, muß die Auflösung reduziert werden, weil ja einige
Bildpunkte in den Randbereichen zwangsläufig ungenutzt bleiben.
Bei anderen Projektoren, die gerade mal soviel Pixels habe, wie für
das Signal gebraucht werden, hagelt es Artefakte, wenn man eine
solche Korrekturschaltung bemüht. Nicht so beim VW10: da er viel
mehr Bildpunkte besitzt, als zur Darstellung von NTSC oder PAL (720x576)
nötig sind, kann der Scaler auch noch nach oben skalieren, wenn
die Trapezkorrektur kräftig eingesetzt wird. Trotzdem: Qualitätsenthusiasten
werden lieber den Projektor in der richtigen Höhe (Leinwandkante)
aufstellen und die elektronische Korrektur auf Null stehen lassen.
Der Ausgleichsbereich der Trapezkorrektur ist extrem groß, so
groß, mehr als man der Kühlung im Projektor als Neigung zumuten
sollte. Ein paar Grad Trapezausgleich sind problemlos. Beachten
Sie: Bei den "Durch"-Modi ist die Trapezkorrektur außer
Funktion (was Sinn macht).
Wie flexibel ist die Optik?
Was die Bedienung betrifft, hat Sony an dieser Stelle den
Rotstift angesetzt. Sowohl Zoom als auch Fokus sind nur manuell
bedienbar. Aber mal ehrlich: bei einen Projektor mit so flexibler
Formatwahl ist ein Motorzoom gar nicht nötig. Bei
Festinstallation wird Bildgröße und Schärfe einmal eingestellt,
das wars. Schlimmer ist da schon, dass der Zoombereich der
Optik mit (gemessenen) 1:1,23 sehr eingeschränkt ist. Der
Spielraum bei der Aufstellung ist relativ gering (bei 2m
Diagonale von 2,4 bis 2,9 Meter Entfernung 0,5m Spielraum).
Für die Optik spricht die kurze Projektionsdistanz. Faustregel:
Ähnlich eines Röhrenprojektors benötigt der 10HT für die eine
bestimmte Bildbreite mindestens das 1,5-fache an
Projektionsentfernung, bei "Tele" Einstellung rund das
1,7-fache. Der Bildstand ist ohne Eingriff durch die digitale
Trapezkorrektur so eingestellt, dass die Linsenmitte auf Höhe
der Leinwandkante (unten oder oben) liegt. Die kurze Distanz ist
in den meisten Fällen sehr praktisch, weil man dann hinter dem
Projektor sitzt, wodurch man dem warmen Luftstrom der Kühlung (nach
vorne gerichtet) entflieht. <4.2.2000> nach offiziellen
Mitteilungen von Sony gibt es eine Wechseloptik, die den
Projektionsabstand bedeutend verlängert (genauere Daten sind
noch nicht verfügbar). Allerdings ist die Sache mit 7200 DM plus
Mehrwertsteuer alles andere als preiswert!
Wie lange hält die Lampe?
Das ist eine der wenigen Fragen, die man in einem Test (das
Gerät stand mir rund 6 Tage zur Verfügung) nur schwer
beantworten kann. Kurz bevor der Projektor zu Sony zurückging,
habe ich noch eine letzte Messung der maximalen Helligkeit
vorgenommen. Ein Vergleich zu den anfänglichen Messungen ist
nicht ganz einfach, weil offensichtlich schon leichte
Abweichungen äußerer Parameter (wie z.B. der Netzspannnung) in
Variationen der Helligkeit enden- Zwar nur wenige Prozente, aber
bei der Kürze der Meßspanne nicht unerheblich. Ich habe je zwei
Messungen am taufrischen (4 Stunden: 1285 und 1312 Lumen) und
nach 34 Betriebsstunden angestellt (1157 und 1187 Lumen).
Vergleicht man nun selbst die schlechteste anfängliche mit der
besten nach 34 Stunden, ergibt sich ein erstaunlicher Abfall der
Helligkeit von mehr als 7% in 30 Stunden. Wie schon erwähnt, muß
man bei so kurzer Meßspanne auch Meßungenauigkeiten
einkalkulieren, so daß eine Hochrechnung, wann 50% ursprünglichen
Lichtstromes versiegt sind, noch kaum zulässig erscheint. Wer
genauere Beobachtungen zu diesem Thema angestellt hat, kann mir
gerne Nachricht geben, es wird bestimmt viele andere Leser
ebenfalls brennend interessieren. Sony gibt in der
Betriebsanleitung die durchschnittliche Lebensdauer bei "Kino-Schwarz"
mit 2000, bei maximaler Lampenleistung mit 1000 Stunden an. Eine
Ersatzlampe ist mit 1144 Mark nicht ausgesprochen billig. Bei
Sony legt man Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei nicht
um die maximale, sondern um die durchschnittliche
Lebensdauer handelt. Jedenfalls erweist sich "Kino-Schwarz"
erneut als ein Helfer: Es ist nämlich auch ein "Lang-Lebe-die-Birne"-Modus!
Hat der VW10 einen Linedoubler?
Natürlich. Wenn ein LCD-Projektor ein Panel mit mehr als 240
Pixels in vertikaler Richtung hat, muss er über einen
Linedoubler verfügen. Der hat die Aufgabe, das hereinkommende
Videosignal vom Zeilensprung zu befreien, also in ein "progressiv"
abgetastetes Signal zu überführen. Die Frage ist also nicht, ob
ein LCD-Projektor einen Doubler besitzt, sondern eher, wie gut er
funktioniert. Mehr noch: wenn mehr als 576 vertikale (bzw. 480
bei NTSC) Bildpunkte vorhanden sind, muß ein zusätzlicher
Scaler vorhanden sein. Der nimmt das Ergebnis des Linedoublers
und rechnet es in die Auflösung des Panels hoch. Außerdem kann
so ein Scaler die Auswahl des Bildformates (16:9 oder 4:3) mit
erledigen. Der VW10 hat sowohl einen Doubler als auch einen
Scaler. Der Doubler hat 2 Modi (DRC-MF "x4" für
bewegte Bilder oder "Fortlaufend" für statische
Bildinhalte). Die Fähigkeiten des Scalers finden Sie unter dem
Stichwort "Bildformate".
Wie arbeitet der interne Doubler im
Vergleich zu anderen?
Leider ist auch die Fähigkeit des Projektors im Umgang mit
Zeilensprungsignalen nicht so optimal geraten. Sony hat zwar mit
der "DRC" (Digital Reality Creation") schweres
Geschütz aufgefahren, denn diese Technik wird auch in
amerikanischen HDTV-Rückpros zur Aufbereitung von NTSC-Signalen
eingebaut. Im Vergleich zu den besten derzeit erhältlichen
Linedoubler (Faroudja), zeigt der Sony unübersehbare Schwächen.
Sich bewegende diagonale Linien sind stets von digitalen
Treppenstrukturen begleitet, bei Kameraschwenks über feine
Strukturen tritt ein Effekt auf, den man wohl am treffendsten als
eine Art von "Pixelrauschen" beschreiben kann. Der
Fehler liegt eindeutig beim integrierten Linedoubler des VW10,
denn schließt man einen externen Linedoubler mit Filmmodus an,
ist es vorbei mit Pixelrauschen und Jaggies. Konkret heißt das,
daß der VW10 von DVD-Playern mit progressivem Ausgang
profitieren könnte, weil der interne Doubler des Sonys damit
umgangen wird. <4.2.2000> Nach einem unbestätigtem Gerücht
soll es ein Softwareupdate für den Doubler geben. Offiziell
wurde das von Sony dementiert, nach deren Aussagen gibt es ein
derartiges Update NICHT!
Bildformate am VW10: der Scaler
Um alle Formate in den Griff zu bekommen, hat Sony beim VW10
eine große Auswahl an Bildformaten eingebaut. Voll:
anamorphes Format, Bildbreite auf Panelgröße hochskaliert. Voll-durch:
etwas unglücklich gewählte Bezeichnung, die ausdrückt, das das
anamorphe Format vertikal in der originalen Zeilenanzahl belassen,
horizontal aber so skaliert wird, bis das Format stimmt. Bei NTSC
hat sich ein häßlicher Fehler eingeschlichen. Statt 1,78:1 wird
auf rund 1,9:1 skaliert! Da das Panel bei diesem Modus nicht gefüllt
ist, wirds kaum jemanden stören. Normal: 4:3-Format,
die überschüssigen Bildpunkte links und rechts werden nicht
benutzt. Daraus resultierend: schwarze Streifen links und rechts.
Normal-durch: 4:3 Format, auf originaler Zeilenzahl
belassen. Zoom: Vergrößert ein 4:3 Bild horizontal und
vertikal, damit das Panel gefüllt ist. Überschüssige Bildteile
oben und unten gehen verloren ("Letterboxmous"). Untertitel:
vertikal anders gezoomter Letterbox-Zoom, der den unteren
Bildrand noch mit einschließt. Die untere Zone ist justierbar. Widezoom:
eine Art Zwischenlösung. Nicht 16:9, nicht 4:3, nicht Fleisch,
nicht Fisch. Besser Finger weg davon, das ist nur was für
Filmbanausen.
Wie schneidet der VW10 im direkten Vergleich
zu einem viel teureren Röhrenprojektor ab?
Ich hatte das Vergnügen, einen VW10 (14000 Mark) direkt mit
einer Kombination aus einem Sèleco SVD800HD (27.000 Mark) plus
einem Faroudja DVP2200 (rund 19.000 Mark) vergleichen zu können.
Beide Geräte waren parallel am selben DVD-Player per S-Video
Verbindung angeschlossen (der Pioneer 606 ist famos für
Vergleichstests: er besitzt zwei S-Video Ausgänge!), beide
Projektoren warfen ihre Bilder im fliegenden Wechsel auf eine 3,17
Meter breite Stewart Rahmenleinwand im 16:9-Format mit StudioTek
130 Tuch. Beim Wechsel zeigte sich schon der wesentlichste
Unterschied: während beim Sèleco die "Mute"
Einstellung völlig genügt um sein Bild absolut Schwarz zu
tasten, ist das beim Sony nicht der Fall. Drückt man "Pic-Mute"
schimmert die Leinwand immer noch leicht bläulich, so daß ich
beim Wechsel immer die Objektivkappe aufsetzte. Brutal, aber
wirksam. Auch ohne Bild zu bemerken: Der Sèleco ist lauter als
der Sony mit "Kino-Schwarz" Einstellung. Zunächst
"Video Essentials" Kapitel 17: das Testchart 13 (Indian)
zeigt die deutlich bessere vertikale Auflösung des Faroudja-Scalers.
Die Auflösungsbesen oben und unten werden bis zum schmalen Ende
völlig getrennt, während beim Sony etwa in der Mitte zwischen
300 und 400 Schluß ist. In horizontaler Richtung hat der Sony
die Nase marginal vorne, denn die Besen links und rechts konnte
er etwas weiter trennen. Dabei hatte er auch den
Helligkeitsvorsprung: sein Weiß strahlte heller. Das Spitzenweiß
des Selecos tendierte eher zum grünlichen hin. Beim Sony wird
helles Weiß sehr akkurat wiedergegeben, aber dafür haben
dunklere Graustufen eher einen grünlichen Einschlag. Sprung zum
Kapitel 19 ("Montage of Images"): Besonders bei den anfänglich
dunklen Bildern dieser Sequenz fällt der zu hohe Schwarzpegel
des Sonys negativ auf. Bei vielen LCD-Projektoren gehen subtile
Nuancen im zu hohen Schwarzpegel verloren, das ist jedoch beim VW10
nie der Fall. Ich konnte kein einziges Detail im Seleco-/Faroudja-Bild
finden, das bei Sony nicht zu sehen war. Im Gegenteil, manchmal
arbeitete sie der Sony sogar einen Tick besser heraus. Der Haken
liegt woanders: Während besonders bei der Szene im Hof der Röhrenprojektor
eine immense Raumtiefe schafft, wirkt das Bild des VW10 dabei
ja flacher. Auf der anderen Seite stellt der Sony
helle Objekte schärfer dar als der Röhrenprojektor, zum
Beispiel das Boot ein paar Bilder weiter. Nach all den
Testsequenzen kommt der Ernst des Lebens in Form der relativ düsteren
Anfangssequenz. von "Lethal Weapon IV". Hier stört der
hohe Schwarzpegel empfindlicher als bei all den Testbildern. Wenn
Riggs und Murtaugh hinter dem Auto in Deckung gehen, fehlt dem
Bild einfach der richtige Biß. Die Röhre wirkt hier viel
knackiger und homogener. Weiter zu Kapitel 11 (Strandspaziergang),
hier flirren die Pixels des Sony gewaltig, eindeutig eine Schwäche
des integrierten Linedoublers. Das kann der Faroudja viel souveräner.
Zwar sind auch Kodierungsartefakte zu sehen, denn mit nur rund 6
Megabit hat Warner eindeutig zu wenig Bitrate für die vielen
Details dieser Szene aufgeboten, aber mit dem Faroudja war das
Flirren an Konturen völlig verschwunden. Szenenwechsel: "Sechs
Tage, sieben Nächte" (Code 2), Kapitel 3. Eine helle Szene,
kein Problem mit Schwarz, der Sony zeichnet klar und fast eine
Idee schärfer als der Sèleco. An waagerechten und schrägen
Kanten zeigen sich aber deutliche Doublingartefakte. Mehr davon
in Kapitel 4 (z.B. Liegestühle) und Kapitel 8 (Flügel sind
gezackt). Ein echtes Schwarzproblem tritt in Kapitel 16 (Insel-Imbiss)
auf, dort ist die Röhrenkombination unvergleichlich plastischer.
Tja, was will man da für ein Resümee ziehen? Die Vorteile der
nahezu 50.000 Mark teuren Kombination sind zwar unbestritten,
aber manchmal (wie im Fall der Raumtiefe) subjektiver Natur. Zwar
gibt es insgesamt etwas weniger Licht, aber eben jene bessere
Raumtiefe und die überzeugende Wiedergabe der (leider häufig
vorkommenden) dunklen Szenen sind ein handfester Grund für echte
Liebhaber (wie mich), um auf die teurere Kombination zu sparen.
Aber man kann es natürlich auch anders herum betrachten, denn
der Sony kostet weniger als ein Drittel des Röhren/Scaler Kombis,
bringt jedoch frei abgeschätzte 90 Prozent der Bildqualität
des Kombis auf die Leinwand. Wer über die restlichen 10% (also
das aufgehellte Schwarz und ein paar Artefakte des Linedoublers)
hinwegsehen kann, macht mit dem 10HT ein wahrlich gutes Geschäft.
Nicht zu vergessen: die Doubling-Artefakte könnten zukünftig
durch einen DVD-Player mit wirklich gutem "progressive
Output" eliminiert werden. Also: Wer maximalen Filmgenuß
haben will, braucht nach wie vor eine teure Röhre und einen sehr
guten (= teuren) Videoprozessor. Ist das außerhalb der
finanziellen Reichweite, dann ist der Sony eine exzellente
Alternative. Für einfache Röhrenprojektoren mit integriertem
Doubler läßt der VW10 die Luft bedeutend dünner werden. Dann
ist es eine Frage, ob man die höhere Auflösung des Sony (schon
der 800 hat Schwierigkeiten, der Auflösung des VW10 zu folgen)
dem besseren Schwarz der Röhre vorzieht oder umgekehrt. Dazu
kommt auch noch das Handlingproblem: ein LCD-Gerät braucht nie
eine Nachstellung der Konvergenz.
Wer eine Frage hat, die im obigen FAQ nicht enthalten ist, oder einfach einen bestimmten Sachverhalt nicht 100%-ig verstanden hat, kann mir gerne mailen.
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